Highlight der Woche: Besuch von seinem Buddy Walle

Unser Labmaraner Milow mit seinem Buddy Walle

Sozialverhalten unter Freunden

Am vergangenen Wochenende bekam Milow Besuch von seinem Buddy Walle, einem Deutsch Kurzhaar. Zuvor hatten seine Besitzerin und ich die Hunde nur immer draußen zusammen freilaufen lassen. Diesmal wollten wir ihnen in unserer Wohnung eine Chance geben, sich miteinander die Zeit zu vertreiben, und schauen, wie sie sich miteinander arrangieren. 

Nachdem sie erst einmal Milows vollen Wassernapf, den wir im Flur auf den Fliesen positioniert hatten, umgerannt haben, flogen sie dann in unserem Ess- und Wohnzimmer wie wild übereinander her. Sie raufen und spielen immer stark miteinander, verletzen sich dabei aber glücklicherweise nie – auch wenn man immer denkt, sie seien kurz davor. 

Trotz dass sie für viel Wirbel und Unruhe sorgten, hätten wir den beiden wohl noch stundenlang dabei zusehen können, wie sie miteinander toben. Sie waren ein gutes und mittlerweile eingespieltes Team, das es aber zwischendurch auch mal zu trennen galt. Für wenige Minuten Pause und Erholung brachten wir sie immer mal wieder auseinander und schickten sie getrennt voneinander auf Milows beide Körbchen. 

So aufgeheizt sie auch waren, so gut gehorchten sie dann wiederum auch und ließen sich ins andauernde Platz schicken. Von da aus ging es vor der nächsten Spielrunde meist erst einmal noch zu Milows Wassernapf, um den Durst zu löschen. Diesen hatten wir inzwischen übrigens sicherer als vorher positioniert… So tranken sie aus einer Schale und teilten das Wasser brüderlich miteinander.

Wir sind immer wieder froh, dass Milow ein so vorbildliches Sozialverhalten im Umgang mit anderen Hunden an den Tag legt. Denn wir brauchen uns nie Sorgen machen, dass es von seiner Seite aus für sein Gegenüber einmal gefährlich werden könnte. Dieses Verhalten ist bei Hunden gewiss nicht selbstverständlich und das wissen wir an unserem Labmaraner wirklich zu schätzen.

Highlight der Woche: Onlinekurs „Mein Hund kann Ruhe“

Highlight der Woche_Onlinekurs_Mein Hund kann Ruhe

Jahresbeginn mit Ruheübungen für Milow

Am ersten Dienstag des neuen Jahres nahmen wir direkt einmal an einem Onlinekurs per Zoom teil, der sich „Mein Hund kann Ruhe“ nannte. Er wurde uns von unserem Hundetrainer empfohlen und per Zoom von seiner Kollegin abgehalten. Für uns wirkte der Kurs schon von den Erzählungen im Vorhinein sehr vielversprechend, da sich Milow nach wie vor sehr schlecht entspannen kann – besonders im fremden Umfeld. 

Wir waren schon sehr gespannt auf den Kursinhalt und den Ablauf, zumal an dem Onlinekurs sehr viele Hundeeltern mit ihren Vierbeinern teilnahmen. Als es dann abends endlich soweit war, saßen wir mit einer gewissen Erwartungshaltung vor dem Laptop und gaben uns vollkommen dem Theorie- und Praxisteil durch die Kursleiterin hin. Dafür positionierten wir Milow vorab eine Decke neben uns auf dem Boden und legten einige Leckerlies in Griffweite, um ihn im anstehenden Training damit belohnen zu können.

Mit einem einfachen Aufbautraining im Praxisteil und einigen hilfreichen Tipps und Tricks in der Theorie kam unser Labmaraner schon nach wenigen Minuten auf der Decke schnell zur Ruhe und konnte auch schon etwas länger als sonst darauf verharren. Die Kursleiterin ging auf all unsere Nachfragen ausführlich ein und nahm uns sämtliche Bedenken, indem sie uns Lösungsstrategien für derartige Konfliktsituationen im Alltag aufzeigte.

Die eineinhalb Stunden waren für uns drei als Team wirklich sehr lohnend, sodass ich euch das Deckentraining mit eurem Hund wirklich wärmstens empfehlen kann! Mithilfe einer sauberen Aufbauarbeit und einer konsequenten Ausführung kann euer Hund so wirklich zu mehr Ruhe gelangen…
Wir sind jedenfalls sehr zuversichtlich und arbeiten weiterhin fleißig mit Milow daran.

Danke für den tollen Onlinekurs als Motivationsschub, liebe Hundeschule!

Highlight der Woche: Milow zum ersten Mal im Schnee

Highlight der Woche_unser Labmaraner Milow zum ersten Mal im Schnee in Altastenberg

Jahresausklang in Altastenberg

Zum Jahresende ging es für uns am letzten Sonntag des Jahres 2020 nach Altastenberg. Auf den Tipp einer Freundin hin fuhren wir in den wunderschönen Ort im Sauerland, in dem es verschiedene Wanderrouten durch die Wälder gibt, die sich mit Hund geradezu anbieten. Ausstaffiert mit dem neuen Regenmantel, den Milow zu Weihnachten von meiner Schwester geschenkt bekommen hatte, machten wir uns auf den Weg und traten die eineinhalbstündige Tour mit ihm an.

Zum ersten Mal wollten wir Milow den Schnee zeigen und hatten gehofft, dass er ihm gefallen würde. Noch nie zuvor war er damit in Berührung gekommen, gab es schließlich bei uns in Köln selten die Gelegenheit dazu. Anfangs hatten wir gedacht, dass Milow der Schnee vielleicht zu kalt sein könnte, doch er schien ihm schnell zu imponieren. So sprintete er los und nahm sämtliche Stöckchen auf, die er am Wegesrand finden konnte. Milow hatte wirklich großen Spaß und powerte sich im Schnee vollkommen aus.

So erlebten wir das erste Mal das Winterwonderland gemeinsam mit Milow und konnten den Ausflug mit ihm in vollen Zügen genießen. Mit neuer Energie starten wir hoffnungsvoll in 2021 und wünschen auch euch ebenfalls einen schönen Jahresausklang sowie viel Gesundheit und Zuversicht fürs neue Jahr!

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Seit März habe ich an diesem Buch gesessen, habe Tage, Abende und Nächte damit verbracht, die Zeilen zu schreiben. Mir viele Gedanken gemacht, Seiten geschrieben und wieder verworfen. Überlegt, was euch interessieren könnte und was nicht. Welche Themen viele Menschen ansprechen und besonders interessant sein könnten. Was wir persönlich teilen möchten und was nicht. Oftmals bin ich dabei sehr emotional geworden, als ich die einzelnen Momente Revue passieren gelassen habe. Sie haben mich immer wieder eingeholt und mich daran erinnert, was wir schon alles zusammen erlebt und vor allem geschafft haben. In dem Buch nehme ich kein Blatt vor den Mund – das habe ich mir vorher so auch geschworen. Denn nur wer ehrlich und transparent ist, kann gehört werden. Das ist meine Meinung. Und das habe ich auch versucht so gut es geht umzusetzen.

Jetzt bin ich gespannt, wie das Buch bei euch ankommt und wen es alles erreicht.
Für mich persönlich ist bereits mit der Veröffentlichung dieses Buches ein weiterer großer Lebenstraum in Erfüllung gegangen, sodass ich mich jetzt für einen kurzen Moment entspannt zurücklehnen kann – was ich neben meinem Vollzeitjob wirklich auch mal tun werde. An der Stelle möchte ich aber natürlich auch noch einigen Menschen danken, ohne welche die, vor allem auch so schnelle, Realisierung dieses Buches so gar nicht möglich gewesen wäre: Meinem Freund, der mir oftmals den Rücken freigehalten, viel Verständnis gezeigt und mir beim Designen geholfen hat, meiner Mama, die das Buch als Erste lesen durfte und korrigieren musste, meiner Freundin und großartigen Fotografin Theresa Wallrath, welche für die Bilder vom Shooting mit Milow verantwortlich gewesen ist, Max, der das Layouten beider Versionen übernommen hat und natürlich euch, die ihr uns immer auf unserem Weg begleitet habt. DANKE, aus tiefstem Herzen!

Für meinen Blog habe ich mir zukünftig übrigens vorgenommen, euch einmal die Woche mit unserem HIGHLIGHT DER WOCHE auf dem neuesten Stand über unser Zusammenleben mit Milow zu halten. Einige der hier veröffentlichen Artikel habe ich zwischenzeitlich aus dem Archiv entfernt, weil die Themen im Buch ausführlicher und umfangreicher dargestellt werden. Spezifischere Themen, die ich im Buch nicht aufgegriffen habe, findet ihr weiterhin auf meinem Blog.

Viel Spaß beim Lesen und euch allen schöne Weihnachten!

PS: Das Buch eignet sich bestimmt auch für den ein oder anderen als schönes Weihnachtsgeschenk… 🙂 Mit Amazon Prime ist es nach jetzigem Stand sogar noch vor Weihnachten lieferbar.

Das Buch zu unserer Geschichte

Mein Buch über unsere Erfahrungen mit unserem Labmaraner Milow

Ich habe tatsächlich ein Buch geschrieben. 🤍 Über unser Leben mit Milow. So bin ich mehr als glücklich, diese Herzensangelegenheit nun endlich offiziell machen und mit euch teilen zu dürfen.
Für mich hat dieses Buch einen ganz besonderen Wert. Mit ihm erfülle ich mir neben der Anschaffung von Milow einen weiteren großen Lebenstraum, für den ich in den vergangenen Monaten endlich die Zeit finden konnte – wenngleich sich dadurch auch vorübergehend meine Prioritäten verschoben haben. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht nur ein großer Hundeliebhaber bin, sondern auch eine große Leidenschaft fürs Schreiben hege. Aus diesem Grund wollte ich gerne im Rahmen des Projektes beides miteinander verbinden.

Fast täglich bekomme ich Nachrichten von euch zu meinem Blog, positives Feedback und viele Nachfragen bezüglich Milow und unsere Erfahrungen mit ihm. Dies habe ich zum Anlass genommen, ein Buch zu schreiben, in dem verschiedene Situationen mit ihm ehrlich, transparent und teils emotional aufgegriffen werden. So beleuchte ich die Hundeerziehung, den Job und die Urlaube mit ihm aus unserer ganz eigenen Sicht und stelle zeitgleich seine Entwicklung anhand von vielen prägnanten, teils auch privaten, Bildern anschaulich dar. Am Ende wird es auch noch ein „Best of“ mit einigen Schnappschüssen geben…

Das Buch soll keineswegs als Ratgeber dienen, sondern liest sich viel mehr als ein Roman, der unsere eigene kleine Geschichte erzählt. Im Fokus: Milow, unser Labmaraner, der unseren Alltag ganz schön auf den Kopf gestellt hat. Es richtet sich an alle Hundefreunde, Labmaraner Interessierte und natürlich an all diejenigen, die sich für unsere Geschichte begeistern können.

Das Buch wird schon bald als Taschenbuch bei Amazon online erhältlich sein!

Verantwortung

„Glückwunsch zum Jahrestag!“ hieß es vor wenigen Wochen bei mir auf WordPress. Vor über einem Jahr veröffentlichte ich meinen ersten Blogartikel über unseren Hundewelpen. Wahnsinn, wie die Zeit rennt…

Was ich aber noch viel wahnsinniger finde, ist das Feedback, was ich seitdem von so vielen Menschen auf meine Blogartikel bekommen habe und nach wie vor noch bekomme. Von bekannten, aber vor allem auch fremden Personen, die speziell nach Labmaranern suchen und an meinem Blog nicht vorbeikommen. Damals habe ich den Blog eröffnet, weil ich unsere Erfahrungen mit einem Labmaraner teilen wollte. Ich konnte unseren Emotionen in den ersten Monaten freien Lauf lassen, indem ich all unsere Probleme und Lösungen niedergeschrieben habe. Und das hat mir verdammt gutgetan. 
Auf einer Plattform, die ich in wenigen Minuten erstellt und mit der Zeit hübsch gemacht hatte. Meine Kenntnisse in SEO sind in die Erstellung der einzelnen Blogbeiträge eingeflossen, ohne dass ich mir aber bewusst darüber Gedanken gemacht habe, was der Blog einmal für mich bedeuten würde. Dass Milow und ich heute hoch oben in der Suche nach Labmaranern erscheinen, war also keine direkte Absicht.

Freude, Stolz und Dankbarkeit

Dass aber so viele Menschen dadurch auf uns als Team aufmerksam geworden sind und mich kontaktiert haben, hat mich dafür umso mehr gefreut. Ja, es macht mich inzwischen sogar ein bisschen stolz, dass ich mit meinen dahingeschriebenen Zeilen so viele Menschen, Hundeinteressierte und -besitzer erreicht habe und immer noch erreiche. Mich so viele per E-Mail um Rat fragen und an der Zucht um Milow interessiert sind. Ich verliere sogar die ein oder andere Träne, wenn ich höre, dass Menschen meiner Empfehlung nachgekommen sind, sich für ein jüngeres Geschwisterkind von Milow vor Ort entschieden haben und mir dafür so unendlich dankbar sind. Dann wurde unsere Labmaranerfamilie wieder um weitere großartige Hundebesitzer erweitert, so denke und hoffe ich. Und es macht mich glücklich, wenn andere sich freuen. Denn so erging es auch uns letztes Jahr und die gemeinsame Erfahrung zu teilen ist doch schon etwas Besonderes. Dafür bin ich sehr dankbar.

Verantwortung für unseren Labmaraner Milow_

An Tagen wie heute, wenn ich im strömenden Regen mit Milow Brötchen holen gehe, wir klitschnass nach Hause zurückkommen und er sich aus seinem Korb heraus nach langem mal wieder heftig übergibt, werden mir so viele Dinge wieder einmal mehr bewusst. Zum Beispiel, dass wir als Hundehalter verdammt viel Verantwortung für unsere Hunde tragen, es nicht immer nur sonnige Momente mit ihnen gibt, dafür das Leben mit ihnen aber um so einiges lebenswerter ist. Als wir neulich im Urlaub ohne ihn waren, kam bei meinem Freund und mir schnell ein Gefühl der Leere auf. Es fehlte jemand an unserer Seite, mit dem zwar manches deutlich anstrengender, dafür aber umso unvergesslicher, ist. Wir vermissten ihn wohl mehr als er uns und freuten uns schon nach wenigen Stunden aufs baldige Wiedersehen mit ihm. So hängen wir an ihm.

Entscheidung für einen Labmaraner

Als wir letztes Jahr auf der Suche nach dem passenden Hund für uns waren, kannten wir Labmaraner noch gar nicht. Wir favorisierten einen Labrador oder einen Golden-Retriever, hätten am liebsten eine silberne Fellfarbe gehabt. Dass ich dann aber bei meiner Recherche auf die Zucht um Milow stieß, nenne ich nach wie vor Schicksal. Wenn mich seit der Erstellung meines Blogs Menschen kontaktieren, die sich bewusst für einen Labmaranerwelpen entschieden haben, verwundert mich das nicht. Schließlich gibt es inzwischen alleine durch die Zucht um Milow viele bekannte Labmaraner auf Instagram, deutlich mehr Bilder von Labmaranern im Internet und einige Informationen mehr zu dem Hybrid als zu dem Zeitpunkt, als wir uns über ihn informiert haben. Wir konnten nur im leisesten erahnen, was uns erwarten würde. Heute kann ich nur zu gut verstehen, was Hundeinteressierte an Labmaranern finden.

Verantwortung für einen Hund – besonders in Zeiten von COVID-19

Nicht nur in Zeiten von Corona, aber vor allem seit COVID-19, fühle ich mich noch einmal mehr verantwortlich und dazu verpflichtet, die Menschen, welche mich bezüglich der Zucht um Milow kontaktieren, darauf hinzuweisen, worauf sie sich einlassen, wenn sie sich für das Leben mit einem Labmaraner entscheiden. Natürlich bietet sich gerade diese Zeit für viele Menschen an, sich einen Hund zuzulegen. Viele Gründe, die wohl sonst gegen die Anschaffung eines Hundes sprechen, tendieren nun zu einem. Ich kann die Beweggründe dieser Menschen zwar verstehen, allerdings nicht mehr nachvollziehen, wenn sie ihren einst so süßen Welpen und nächstes Jahr anstrengenden pubertären Hund wieder abgeben, weil ihnen die Freiheit lohnender als ein treuer Begleiter erscheint.

Wir für unseren Teil wollten uns schon lange vor Milow einen Hund anschaffen, wenn die Umstände dafürsprachen. Wir glaubten der Verantwortung gewachsen zu sein, die Hundeerziehung locker zu wuppen und dem Hund gerecht werden zu können. Rückblickend bin ich sehr froh, dass uns anscheinend damals nicht in vollem Umfang klar war, auf welches Abenteuer wir uns mit unserem Labmaraner Welpen einlassen würden. Denn wie sich mit der Zeit herausstellen sollte, fiel uns die Hundeerziehung teils alles andere als leicht. Auch wir kamen an unsere Grenzen, verloren so manche Nerven und hofften ständig auf bessere Zeiten. Wir machten Fehler, waren wütend auf uns, auf den Hund und verfielen dabei oftmals in einen Teufelskreis. Doch all dies führte dazu, dass wir mit der Zeit über uns hinauswuchsen, über unsere Komfortzonen, aus denen wir doch eigentlich gar nicht heraustreten wollten. Wir haben an uns gearbeitet, immer wieder – weil wir gemerkt haben, dass nicht der Hund das Problem ist, sondern wir. Aufgeben war für uns nie eine Option.

Resümee

Wenn ich heute über diese Zeiten nachdenke, bin ich zum einen froh, dass wir sie hinter uns gelassen haben, zum anderen stolz, dass wir sie gemeistert haben. Ich würde sie einerseits zwar jedem, der sich einen Hund, einen Labmaraner, zulegt, gerne ersparen, sie andererseits aber auch niemandem vorenthalten wollen. Denn ich glaube, dass man diese Zeiten gemeinsam durchstanden haben muss, um zueinander zu finden. Um als Team gemeinsam stark werden zu können. Umso mehr tut es mir in der Seele weh, wenn ich mitbekomme, dass Menschen ihren Hund wieder abgeben, weil sie ihm nicht gerecht werden können, aber noch viel schlimmer: wollen. Wer sich einen Hund anschafft, gleichweg ob Labmaraner oder nicht, sollte sich der Verantwortung im Vorhinein bewusst sein. Neben Zeit- und anderen Beweggründen ist die Hundeerziehung ein großes und heikles Pflaster, das meiner Meinung nach sehr viele Menschen unterschätzen. Leider werden sie mit diesem aber auch erst in der Situation selbst konfrontiert. Und anstatt sich mit sich selbst und dem Hund auseinanderzusetzen, werfen sie das Handtuch und geben ihn ab. Und dem möchte ich gerne vorbeugen, sofern dies in meiner Macht steht.

Verantwortung für unseren Labmaraner Milow

Mein Labmaraner Milow

Milow ist in meinem Leben eine große Bereicherung. Er hat mir vieles gelehrt und beigebracht. Durch ihn bin ich über meine Grenzen hinausgewachsen und aus meinen Komfortzonen herausgekommen. Er hat mir mehr abverlangt, als ich es mir jemals hätte ausmalen können. Und doch bereue ich keine Minute, in der ich meine Nerven wegen ihm gelassen habe. Keine Träne, die ich aus lauter Verzweiflung vergossen habe. All die Arbeit hinsichtlich der Hundeerziehung hat sich ausgezahlt. Ich bin mit einem treuen Begleiter belohnt worden, der mich mit seiner Liebe nur so überschüttet. Der mich durch mein Leben begleitet, als wäre er schon immer da gewesen. Der mich beschützt und mir ein Gefühl des Angekommen seins schenkt. All die Erfahrungen mit ihm will ich nie missen, weil sie uns heute dahin geführt haben, wo wir nun sind.

Es gibt noch so viele Erfahrungen und Themen, über die ich zukünftig weiter bloggen könnte. Doch aufgrund meines baldigen neuen Vollzeitjobs lässt die Zeit dies leider vorerst nicht mehr zu. Dennoch werde ich versuchen, euch weiterhin mit Bildern und Videos in unserem Alltag mit Milow mitzunehmen. Natürlich dürft ihr mir auch weiterhin gerne schreiben, wenn ihr Fragen oder Anregungen habt. Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.

Labmaranertreffen

Am Wochenende war es endlich wieder soweit: Das nächste Familientreffen im kleinen Kreise fand statt. Diesmal bei uns beziehungsweise im Garten meiner Großeltern. Aus Milows Wurf waren Mila und Carlo mit am Start, aus dem Wurf davor Ida und Frida. Sie alle sind aus der gleichen Zucht. Die Rasselbande war wieder komplett und machte zusammen den Garten unsicher.

Badezeit für unsere Labmaraner
Badezeit für unsere Labmaraner

Nicht nur für unsere fünf Labmaraner war es ein Fest, auch für uns Mädels. Ich habe die anderen vier so sehr ins Herz geschlossen – nicht nur, weil uns die Hunde miteinander verbinden. Wir sind wie Freundinnen, die sich zwar erst wenige Male gesehen haben, sich aber ohne viele Worte verstehen. Wenn wir zusammen sind und uns über unsere Fellkinder austauschen, dann fühlt es sich wirklich nach Familie an. Es ist jedes Mal auf‘s Neue schön, sie alle wiederzusehen.

Uns Mädels tut der regelmäßige Austausch miteinander immer gut und auch die Geschwister freuen sich jedes Mal auf‘s Neue wie Bolle aufeinander. Wir haben dieses Mal auch wieder festgestellt, dass sie ganz anders untereinander als mit fremden Hunden spielen. So als würden sie sich wiedererkennen oder zumindest merken, dass sie die gleiche Rasse haben und sehr ähnlich ticken. Jeder spielt mit jedem, es gibt kein Mädels gegen Jungs. Und das ist so unfassbar schön mitanzusehen.

Sie alle sehen völlig unterschiedlich aus. Die Hündinnen sind vom Körperbau graziler, die Rüden hingegen deutlich kräftiger. So wiegen die Weibchen auch viel weniger als die Männchen. Die einen sind kleiner, die anderen größer. Keiner der Hunde ist dem anderen aus dem Gesicht geschnitten, jeder hat seine ganz eigenen Besonderheiten. Sie alle sind auf ihre Art und Weise unglaublich schön. Und dennoch: Wenn der Haufen auf einen zugelaufen kommt, kann man sie auf den ersten Blick gar nicht voneinander unterscheiden.

Milow hat sichtlich Spaß am Pool
Milow hat sichtlich Spaß am Pool

Während wir Mädels uns den Nachmittag also viel über die Hunde und andere Dinge ausgetauscht haben und sich unsere Jungs – die zwei, die da waren – der Bundesliga hingegeben haben, haben sich unsere Labmaraner völlig ausgepowert. Mein Freund und ich hatten als Gastgeber unseren Fellkindern im Garten viel Raum zum Toben geboten. Bei den Vorbereitungen des Treffens kam ich mir so ein bisschen wie eine Mutter vor, die für ihr Kind einen Kindergeburtstag plant.

Neben dem Essen und Trinken sowie den Sitzmöglichkeiten für uns Herrchen bauten wir unseren Hunden einen kleinen Pool zum Erfrischen auf und verstreuten kleine Spielbälle für sie im Garten. Die Hundeeltern von Mila brachten netterweise noch eine Muschel als Bademöglichkeit und die anderen Mädels verschiedenes Hundespielzeug mit. Dies war letztlich aber zweitrangig, waren die Hunde selbst wohl viel interessanter als Spielpartner füreinander. Rund drei Stunden brachten sie solch eine Energie auf, dass wir gegen Ende wirklich dachten, sie seien ausgepowert. Und immer, wenn sie den Anschein dahingehend machten, forderte einer die anderen wieder erneut zum Spielen auf.

Für uns – und ich denke, dass ich an der Stelle für alle Herrchen spreche – gibt es nichts Schöneres, als unsere Hunde so glücklich und ausgelastet, vor allem aber im Umfeld ihrer eigenen Familie, zu sehen. Trotz ihres jungen Alters haben sie sich alle so gut benommen und souverän miteinander gespielt, dass sie unsere Herzen mal wieder erneut haben höherschlagen lassen. Danke für den schönen Nachmittag, wir freuen uns schon auf’s nächste Mal mit euch!

Unsere Hunde und wir
Unsere Hunde und wir

Zecken

Kaum wird es allmählich warm draußen, lauern sie im Grünen und warten auf unsere Hunde: Zecken. Welcher Hundehalter ist mit diesen Parasiten noch nicht in Berührung gekommen?
Im Folgenden möchte ich euch gerne mittels meiner Recherchen Näheres zu Zecken erzählen und unsere Erfahrungen mit euch teilen.

Was sind Zecken?

Zecken sind Parasiten, die Blut saugen. Sie haben einen dreiecksförmigen abgeflachten Körper, acht gut erkennbare längere Beine und einen kleinen Kopf mit Mundwerkzeugen. Sie sind meist dunkelbraun, aber auch teils rotbraun gefärbt. Vollgesogen mit Blut nehmen sie eine gräuliche Farbe an.

Wo lauern Zecken?

Zecken halten sich meist in Wäldern und Wiesen auf und sitzen im Gras oder auf Zweigen. Mit ihren Vorderbeinen tasten sie sich an ihre vorbeigehenden Opfer heran: unsere Hunde. Durch Gerüche und Erschütterungen werden sie dazu angehalten, sich auf ihre potentiellen Opfer fallen zu lassen. Dort suchen sie sich einen passenden Platz zum Stechen aus. Vor allem dünnhäutige und gut durchblutete Stellen im Fell bieten sich dazu an – Der Kopfbereich und die Lendengegend sind bei Hunden besonders beliebt.

Was machen Zecken im Fell des Hundes?

Zecken ritzen dann mit ihrem Mundwerkzeug die jeweilige Hautstelle bei ihren sogenannten „Wirten“, den Hunden, an und graben mit ihrem sogenannten „Stechrüssel“ (Stachel) eine kleine Grube. Es entsteht eine Wunde. Die Parasiten saugen die sich anhäufende Lymph- und Zellflüssigkeit sowie Blut ein. Zudem geben sie dabei ein Sekret mit verschiedenen Wirkstoffen in den Körper der Hunde ab.

Das Sekret enthält an Wirkstoffen:

  • ein Betäubungsmittel (damit der Saugvorgang nicht bemerkt wird)
  • einen Entzündungshemmer (der das Immunsystem der Hunde blockieren soll)
  • einen Gerinnungshemmer (der den Wundverschluss verhindern und den Blutfluss fördern soll).

Manche Zecken gebe eine Art Klebesubstanz ab, mit der sie sich an den Körpern festkleben.

Erwachsene weibliche Zecken saugen sich meist eine Woche an ihren Wirten voll, während sie von männlichen Zecken begattet werden. Wenn die Weibchen mit Blut vollgesogen sind, lassen sie von den Wirten ab und legen tausende Eier in eine entsprechende Brutstelle – wie beispielsweise häufig das Körbchen des jeweiligen Hundes. Danach sterben die Weibchen. Die Larven entwickeln sich weiter, häuten sich zu Nymphen und letztlich wieder zu fertigen Zecken. 

 

mit Blut vollgesogene Zecke beim Hund entfernen
mit Blut vollgesogene Zecke beim Hund mit einer Karte entfernt

Warum sind Zecken für den Hund gefährlich?

Zecken sind Krankheitsüberträger und können somit verschiedene gefährliche Krankheiten auf Hunde übertragen. Die sogenannte „Zeckenimpfung“ kann Hunde vor der bakteriellen Borreliose schützen. Für die Viruserkrankung „FSME“ gibt es bei Hunden allerdings keinen Impfschutz. Neben diesen beiden Krankheiten gibt es durch Zeckenbisse auch noch weitere.

Verschiedene krankheitsähnliche Symptome lassen auf solche durch Zecken übertragenen Krankheiten bei Hunden schließen und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Wie kann man den Hund vor Zecken schützen? 

Wenn man mit seinem Hund im Grünen unterwegs ist, er auch teils freiläuft, sollte man nach dem Spaziergang das Fell des Hundes gründlich nach möglichen Zecken absuchen. Es kann hier helfen, das Fell zu bürsten, um es vollständig zu ergreifen. Findet man eine Zecke vor, ist es wichtig, sie mit passenden Zeckenentfernungsinstrumenten wie Karten, Zangen oder Pinzetten leicht aus dem Fell zu entfernen.

Präventiv kann man Hunde auch mit nützlichen Zeckenpräparaten „ausstatten“. Es gibt Zeckenhalsbänder oder sogenannte „Spot-ons“, die man ihnen entweder umhängen oder in den Nacken einreiben kann. Sie sollen Zecken erst gar nicht ans Fell ranlassen. Auch Kokosöl gilt als allgemeine Empfehlung, welches man Hunden ins Fressen geben kann und vor Zecken schützen soll.

Wie schützen wir unseren Hund vor Zecken?

Bei Milow mussten wir zuletzt eine festgebissene Zecke direkt über seinem linken Auge mühselig entfernen. Sie war so klein, dass wir sie kaum erfassen konnten. Zudem hat sich unser Labmaraner verständlicherweise so immens dagegen gewehrt, dass es für uns beide sehr anstrengend war, ihn zu bändigen und den Parasiten mit der Pinzette fein säuberlich zu entfernen.
Bei unserem Familienhund Lilli hatte sich zuletzt eine Zecke im Nacken bereits mit Blut vollgesaugt, ihr Entfernen mit einer Karte war einfach, aber verdammt widerlich.

Wir haben bereits verschiedene Entfernungsinstrumente ausprobiert. Ich persönlich kann eine Zeckenpinzette zur Entfernung beim Hund nur empfehlen, wenn die Zecke noch sehr klein ist und noch nicht vollgesogen. Eine Zeckenkarte, die einer Checkkarte ähnelt, lohnt sich, wenn die Zecke dicker und bereits mit Blut vollgesogen ist. Mit der Karte lässt sie sich leicht rausdrehen (siehe Bild).

Wir schützen Milow präventiv mit Spont-ons, die wir ihm in regelmäßigen Abständen – ihre Wirkungsdauer hält ja über mehrere Wochen hinweg – in sein Nackenfell einmassieren, an die Stelle er selbst nicht rankommt. Die Flüssigkeit soll Zecken von ihm abhalten und ist frei im Handel erhältlich. Zudem bin ich immer gründlich beim Durchsuchen seines Fells nach Spaziergängen im Grünen und habe die entsprechenden Entfernungsinstrumente immer bereit liegen.

Chemische Kastration

Milow ist in der Pubertät angekommen: kein Grashalm ist mehr vor ihm sicher, seinen Speichel kann er kaum noch kontrollieren und unsere Kommandos interessieren ihn außerhalb der eigenen vier Wände nicht mehr. Die Hormone haben ihn vollkommen im Griff. Außer, dass er keine Hündinnen besteigt, nimmt er gerade alles mit, was einen pubertierenden Hund so anziehen kann.

Warum entscheiden wir uns für eine Kastration?

Unser Labmaraner ist zuhause der liebste Hund. Er hört nach wie vor sehr gut, verhält sich im Alltag recht entspannt und reift mit der Zeit immer mehr. Anders sieht es leider außerhalb der Wohnung aus. Die oben beschriebenen Merkmale sind nur wenige, die seine Pubertät mit sich bringt. Am anstrengendsten empfinde ich tatsächlich seinen Ungehorsam und seinen Dickkopf, wenn er draußen nicht mehr auf unsere Worte reagiert, überdreht und durchgängig an der Leine zieht.

Leider kam es in den letzten Wochen schon häufiger vor, dass er im Freilauf auf unser Rückrufsignal nicht mehr gehört hat. Sein Blick galt nur noch der Umwelt, sodass da kein Raum mehr war, sich noch weiter an uns orientieren zu können. Ich konnte ihn nicht mehr freilaufen lassen und musste auf die Schleppleine zurückgreifen, um ihm wenigstens etwas Freilauf gewähren zu können. Es musste eine Lösung für diesen anhaltenden Zustand her. Meines Erachtens hat hier auch nicht unsere gut trainierte Leinenführigkeit versagt. Die Hormone haben ihm einfach so zugesetzt, dass er deswegen nur noch gestresst war.

Unser Labmaraner Milow_chemische Kastration
© Theresa Wallrath

Welche Kastrationsmethode wählen wir? 

Gemeinsam mit Milows Tierärztin suchten wir beim letzten Tierarztbesuch vor wenigen Wochen nach einer Möglichkeit, wie wir zukünftig einen stressfreieren Umgang mit Milow haben können. Mein Freund und ich kannten bis zu dem Zeitpunkt nur die Methode der chirurgischen Kastration bei Rüden, bei der dem Hund die Hoden entfernt werden. Wir wollten diese drastische Maßnahme aber eigentlich noch nicht in Erwägung ziehen und fragten nach einer Alternative. Diese stellt für uns nun die chemische Kastration für ein Jahr dar.

Was ist eine chemische Kastration?

Die Tierärztin klärte uns über eine sinnvolle Alternative beziehungsweise eine der möglichen chirurgischen Kastration vorausgehende Maßnahme auf: die chemische Kastration. Bei dieser wird dem Rüden ein Chip-Implantat, ähnlich wie der Mikrochip zur Kennzeichnung, unter die Haut im Nacken gesetzt. Damit kann man die Wirkung einer chirurgischen Kastration, wahlweise für ein halbes oder ein ganzes Jahr, imitieren. Die Methode des Kastrations-Chips, des sogenannten „Suprelorin-Chips“, wird oft bevorzugt, um zu schauen, ob die unerwünschten Verhaltensweisen beim eigenen Hund hormonell bedingt sind und durch eine Kastration wirklich verschwinden.

Wie wirkt eine chemische Kastration?

Der Chip beinhaltet den Wirkstoff „Deslorelin“, der in dem gewissen Zeitraum kontinuierlich in niedriger Dosis in den Körper des Hundes abgegeben wird. Es kommt zu einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit, die durch diese Methode ohne eine Operation gewährleistet werden kann. Die volle Wirkung tritt allerdings erst nach vier bis sechs Wochen ein. Am Anfang kann das typische Verhalten des Rüden dadurch erst noch einmal weiter verstärkt werden.

Welche Auswirkungen kann eine chemische Kastration haben?

Typische Verhaltensweisen eines Rüden, die vom Halter als problematisch eingestuft werden, werden durch das Geschlechtshormon „Testosteron“ beeinflusst. Dieses wird sowohl bei einer chirurgischen Kastration als auch bereits bei einer chemischen Kastration unterbunden. Anders hingegen sieht es mit unerwünschtem Verhalten aus, das andere Ursprünge hat – wie beispielsweise eine territoriale Aggression. Dieses wird durch solch einen Chip nicht verhindert.

Folgende Veränderungen treten neben der vorübergehenden Unfruchtbarkeit regulär ein:

  • Verkleinerung der Hoden (bis zu 30 % laut unserer Tierärztin)
  • Abnahme / Verschwinden von Sexualverhalten
  • Verstärktes Futterverlangen durch veränderten Stoffwechsel (Gewichtszunahme sollte vom Halter verhindert werden)
  • Fellveränderungen
  • Abnahme von aggressivem Verhalten

Aber auch hier sind die Veränderungen von Hund zu Hund unterschiedlich. Gerade deshalb dient der Chip ja dazu, als Halter herauszufinden, was eine Kastration beim Rüden langfristig positiv, aber auch negativ beeinflussen kann.

Welche Vorteile hat die chemische Kastration gegenüber der chirurgischen Kastration?

  • Für die Einsetzung des Chips braucht es keine Narkose (so kommt er auch bei älteren und herzkranken Tieren noch in Frage)
  • Das Einsetzen passiert ganz schnell und ist kaum schmerzhaft
  • Die Wirkung des Chips ist nur vorübergehend, da der Wirkstoff des Chips in dem jeweiligen Zeitraum verbraucht ist und die Wirkung dann verschwindet (demnach sind die Nebenwirkungen reversibel, also umkehrbar)

Wann kann eine chemische Kastration angewendet werden?

Der Kastrations-Chip kann bei gesunden, erwachsenen Hunden jederzeit eingesetzt werden. Der Einsatz sollte allerdings nicht gleichzeitig mit einer Impfung durchgeführt werden, um eine gegenseitige nachteilige Beeinflussung des Immun- und Hormonsystems des Hundes zu verhindern. Bei manchen Erkrankungen darf er allerdings nicht eingesetzt werden. Zudem ist solch ein Chip nur bei Rüden erlaubt – nicht aber bei Hündinnen oder Katern / Katzen.

Wie viel kostet eine chemische Kastration?

Für den 6-Monats-Chip muss man mit Kosten von rund 100 Euro rechnen, bei einem 12-Monats-Chip um die 175 Euro. Eine chirurgische Kastration hingegen hängt preistechnisch von der Größe des Hundes und eventuellen Komplikationen ab und kann zwischen 200 und 250 Euro kosten. Diese Summe bezieht sich allerdings rein auf die Operation selbst, die Kosten für die Nachsorge, wie Kontrolluntersuchungen oder das Fäden ziehen, kommen noch dazu.

Was hat uns bei der chemischen Kastration überzeugt?

Wir haben uns für eine chemische Kastration entschieden, weil wir eben gerne erst einmal schauen möchten, welche Verhaltensweisen bei Milow positiv beeinflusst werden. Wir haben uns bewusst für den Zeitraum von einem Jahr entschieden, um eine langanhaltendere Wirkung garantieren zu können, die uns langfristig zeigen kann, welche Veränderungen bei seinem Verhalten auftreten. Zudem wollten wir uns nicht schon wieder nach einem halben Jahr erneut entscheiden müssen, wie wir weiter verfahren wollen. Denn dann müssten wir uns bereits vor Ende der Wirkung überlegen, ob wir nachchippen lassen wollen oder eine chirurgische Kastration bevorzugen möchten. Aus Kostensicht ist es nämlich empfehlenswert, über die nächste anstehende Entscheidung ausführlich nachzudenken. Denn die Kosten von rund drei solcher Chips entsprechen den Kosten eines derartigen chirurgischen Eingriffs.

Welche Erwartungen haben wir an die chemische Kastration?

Wir erhoffen uns von dem Chip, dass Milow außerhalb der eigenen vier Wände wieder aufmerksamer gegenüber uns ist und unsere Kommandos besser befolgt. Weniger schnuppert, markiert und das Ziehen an der Leine unterlässt. Wir wollen dadurch mit ihm aber auch keinen ruhigen Hund haben, der nur herumliegt. Wir möchten ihn ja gerne fordern, wünschen uns nur wieder eine bessere Zusammenarbeit. Durch diese Methode können wir ihm den Hormonstress nehmen und versprechen uns im Umgang mit ihm eine Erleichterung. Wir vertrauen hier auch auf die Erfahrungen von uns bekannten Hundehaltern, die die chemische Kastration bei ihrem Rüden durchgeführt haben und rückblickend mit ihrer Entscheidung dafür sehr zufrieden sind. Wir sind schon jetzt sehr gespannt, wie unser Hund den Kastrations-Chip für ein Jahr vertragen wird.

Impulskontrolle

Dieses Thema finde ich persönlich sehr spannend, weil man hierbei so viele verschiedene Möglichkeiten hat, mit seinem Hund trainieren zu können. Mithilfe des Trainings kann man ihn auf verschiedene Alltagssituationen vorzubereiten und ihm die nötige Entspannung vermitteln, wenn er sie braucht.
Es geht beim Impulskontrolltraining darum, dass der Hund verschiedenen Reizen ausgesetzt wird, die er auszuhalten hat. Bei denen er sich kontrollieren muss, ohne dabei in Stress oder gar in Frust zu verfallen. Für das gemeinsame Zusammenleben ist das Training meines Erachtens unabdingbar und es lohnt sich, früh genug damit beim Hund anzufangen.

Wofür ist die Impulskontrolle beim Hund wichtig?

Wichtig ist es hierbei, im Laufe der Entwicklung des eigenen Hundes, zu beobachten, was genau ihn anspannt, in welchen Situationen er sich nicht zurückhalten kann und wobei er stark kontrolliert werden muss. Hier tickt jeder Hund anders: Der eine tut sich schwer, an anderen Hunden entspannt vorbeizugeben. Der andere ist jedem Fressen restlos verfallen – kann es noch so unappetitlich auf der Straße herumliegen. Der dritte rennt jedem Jogger hinterher, weil er sich für ihn zu schnell bewegt und diese Handlung Reize bei ihm entfacht.

In den meisten Lebensbereichen ächzt der Hund nach Impulskontrolle, liegt es doch in unserer Hand ihm ein kontrolliertes Verhalten mit auf den Weg zu geben, um entspannter durch den Alltag mit uns zu kommen. Den Stress für ihn und uns selbst zu reduzieren.
Anhand von drei verschiedenen Situationen möchte ich euch im Folgenden nun zeigen, wie wir mit Milow Impulskontrolltraining aufgebaut haben, damit er sich in den jeweiligen Situationen besser kontrollieren kann und sich dadurch auch unser Alltag mit ihm entspannter leben lässt. Bei allen dreien geht es eigentlich darum, ihn provokativ mit der Situation zu konfrontieren und ihm die Konsequenzen nahe zu legen, ohne dass die Aktion letztlich bereits gegenwärtig ist.

Wie trainieren wir mit unserem Hund die Begrüßung von Gästen an der Haustür?

Kommen uns Verwandte oder Freunde zuhause besuchen, werden sie entweder von Milow bereits im Treppenhaus schwanzwedelnd und aufgeregt empfangen oder aber erst im Wohnzimmer, wenn wir ihn bewusst erst nach einigen Minuten aus seiner Box lassen. Ersteres kann böse enden, wenn er sie schon auf der Treppe anspringt und mit seinen rund 25 kg umreißt.
Hier liegt es an uns, ihm beizubringen, die Menschen in Ruhe und vorsichtig zu begrüßen. Denn freundliches Verhalten sieht deutlich ruhiger und unaufgeregter aus. Dafür muss er weder an den Leuten hochspringen noch wie wild um sie umher laufen.

Das Wichtigste an der Übung ist, zum einen den Menschen klarzumachen, dass sie ihm zunächst einmal keine Aufmerksamkeit schenken, ihn darüber hinaus aber auch von sich wegstoßen sollen, wenn er versucht, an ihnen hochzuspringen. Zum anderen ist es an der Stelle unsere Pflicht, ihn davon auch aktiv abzuhalten. Er muss es aushalten können, im Sitz bei uns im Wohnungsflur in Ruhe auf den Besuch warten zu können, ohne schon aus der Wohnungstür laufen zu müssen.

Wir üben dieses Verhalten mit ihm, indem wir ihn immer wieder ins Sitz bringen, sobald die Wohnungstür weit aufgeht, sei es zum Test oder weil wir die Wohnung wirklich verlassen wollen. Wir spielen hierbei öfters den Besuch, um mit ihm ruhiges Verhalten üben zu können. Aktuell fällt es ihm aber nach wie vor immer noch schwer, nicht direkt losstürmen zu dürfen. Wir müssen wir weiter dranbleiben. 

Wie halten wir unseren Hund beim Essen vom Tisch weg?

Abgesehen von der Straße, von der Milow alles fressen würde, wovon wir ihn nicht unmittelbar abhalten können, findet er natürlich erst Recht alles Essbare toll, was auf unseren Tischen in der Wohnung steht.
Wenn wir den Raum verlassen würden, wäre jegliches Essen (ja, auch eingepackt!) weg, wenn es in dem Moment für ihn erreichbar ist. Dem Fall können wir auch nicht vorbeugen. Hier kommt der Labbi bei ihm einfach durch. Doch es besteht noch Hoffnung für all das Essen, was in unserer Anwesenheit auf dem Tisch steht, in für ihn erreichbarer Nähe.
Des Öfteren kam es schon vor, dass er sich ein Stück oder zwei Stücke Kuchen vom gedeckten Tisch klaute, wenn wir gerade einmal nicht hinschauten. Da war die Versuchung dann doch größer als die daraus folgenden Konsequenzen für ihn – wie Blähungen, Bauchschmerzen und Boxverdammnis für mehrere Stunden.

Seinen Fresstrieb steuern wir auch hier auf provokative Weise mit leckerem Essen. Wir legen also bewusst ein Stückchen Salami auf die Tischkante, rücken die Plätzchen näher ans Tischende und verteilen sein Futter direkt vor seiner Schnauze. Dadurch soll er lernen, nicht daran zu gehen, bis wir es ihm erlauben. Mit einem klaren „Nein!“ oder einem Stups auf die Schnauze mahnen wir ihn, wenn er versucht, sich dem Fressen unerlaubt zu nähern. Hält er dem Druck Stand, darf er es haben.
Ihm fällt es mit der Zeit immer leichter, dem Essen auf dem Tisch auszuweichen, da er weiß, dass es nicht für ihn bestimmt ist. Auch bei den Übungen macht er sich richtig gut, weil er gelernt hat, dass er die Leckerlis zur Belohnung nur dann auch bekommt, wenn er sich kontrollieren kann.

Wie beruhigen wir unseren Hund auf Spaziergängen, wenn er auf Bewegungen reagiert?

Ob Jogger, Radfahrer, laufendes Kind, Vogel oder titschender Ball – alles, was sich schnell bewegt, findet Milow super aufregend. Am liebsten würde er hinterherrennen oder ihn bzw. es jagen, wenn er im Freilauf wäre. Doch das ist er nicht immer. Und an der Leine hat er sich nun mal zu beherrschen.

Unsere Aufgabe ist es also, ihn zur Entspannung zu bringen, wenn’s mal wieder hektisch um uns herum wird. Also provozieren wir ihn auch hier mit einem titschenden Ball vor seinem Gesicht, wenn er sich im Platz auf seiner Decke befindet. Wir hantieren mit seinen Lieblingsspielsachen vor seinem Gesicht, laufen vor ihm hin und her. Dabei darf er seine Position nicht verlassen.
Auch hier fällt es ihm bei den Übungen mittlerweile immer einfacher, sich zu kontrollieren. Angespannt ist er aber jedes Mal wieder auf’s Neue, woran ich gerne noch weiter mit ihm arbeiten möchte.

Ihr seht also, wie wichtig das Impulskontrolltraining mit Hunden ist und was man dadurch alles positiv beeinflussen kann. Denkt immer daran, dass sich das Ergebnis sowohl für den Hund als, und vor allem auch, für euch selbst als Hundehalter am Ende auszahlt, wenn ihr durchhaltet und die Situationen in den Griff bekommt. Denn je entspannter der Hund ist, umso entspannter seid ihr.