Verantwortung

„Glückwunsch zum Jahrestag!“ hieß es vor wenigen Wochen bei mir auf WordPress. Vor über einem Jahr veröffentlichte ich meinen ersten Blogartikel über unseren Hundewelpen. Wahnsinn, wie die Zeit rennt…

Was ich aber noch viel wahnsinniger finde, ist das Feedback, was ich seitdem von so vielen Menschen auf meine Blogartikel bekommen habe und nach wie vor noch bekomme. Von bekannten, aber vor allem auch fremden Personen, die speziell nach Labmaranern suchen und an meinem Blog nicht vorbeikommen. Damals habe ich den Blog eröffnet, weil ich unsere Erfahrungen mit einem Labmaraner teilen wollte. Ich konnte unseren Emotionen in den ersten Monaten freien Lauf lassen, indem ich all unsere Probleme und Lösungen niedergeschrieben habe. Und das hat mir verdammt gutgetan. 
Auf einer Plattform, die ich in wenigen Minuten erstellt und mit der Zeit hübsch gemacht hatte. Meine Kenntnisse in SEO sind in die Erstellung der einzelnen Blogbeiträge eingeflossen, ohne dass ich mir aber bewusst darüber Gedanken gemacht habe, was der Blog einmal für mich bedeuten würde. Dass Milow und ich heute hoch oben in der Suche nach Labmaranern erscheinen, war also keine direkte Absicht.

Freude, Stolz und Dankbarkeit

Dass aber so viele Menschen dadurch auf uns als Team aufmerksam geworden sind und mich kontaktiert haben, hat mich dafür umso mehr gefreut. Ja, es macht mich inzwischen sogar ein bisschen stolz, dass ich mit meinen dahingeschriebenen Zeilen so viele Menschen, Hundeinteressierte und -besitzer erreicht habe und immer noch erreiche. Mich so viele per E-Mail um Rat fragen und an der Zucht um Milow interessiert sind. Ich verliere sogar die ein oder andere Träne, wenn ich höre, dass Menschen meiner Empfehlung nachgekommen sind, sich für ein jüngeres Geschwisterkind von Milow vor Ort entschieden haben und mir dafür so unendlich dankbar sind. Dann wurde unsere Labmaranerfamilie wieder um weitere großartige Hundebesitzer erweitert, so denke und hoffe ich. Und es macht mich glücklich, wenn andere sich freuen. Denn so erging es auch uns letztes Jahr und die gemeinsame Erfahrung zu teilen ist doch schon etwas Besonderes. Dafür bin ich sehr dankbar.

Verantwortung für unseren Labmaraner Milow_

An Tagen wie heute, wenn ich im strömenden Regen mit Milow Brötchen holen gehe, wir klitschnass nach Hause zurückkommen und er sich aus seinem Korb heraus nach langem mal wieder heftig übergibt, werden mir so viele Dinge wieder einmal mehr bewusst. Zum Beispiel, dass wir als Hundehalter verdammt viel Verantwortung für unsere Hunde tragen, es nicht immer nur sonnige Momente mit ihnen gibt, dafür das Leben mit ihnen aber um so einiges lebenswerter ist. Als wir neulich im Urlaub ohne ihn waren, kam bei meinem Freund und mir schnell ein Gefühl der Leere auf. Es fehlte jemand an unserer Seite, mit dem zwar manches deutlich anstrengender, dafür aber umso unvergesslicher, ist. Wir vermissten ihn wohl mehr als er uns und freuten uns schon nach wenigen Stunden aufs baldige Wiedersehen mit ihm. So hängen wir an ihm.

Entscheidung für einen Labmaraner

Als wir letztes Jahr auf der Suche nach dem passenden Hund für uns waren, kannten wir Labmaraner noch gar nicht. Wir favorisierten einen Labrador oder einen Golden-Retriever, hätten am liebsten eine silberne Fellfarbe gehabt. Dass ich dann aber bei meiner Recherche auf die Zucht um Milow stieß, nenne ich nach wie vor Schicksal. Wenn mich seit der Erstellung meines Blogs Menschen kontaktieren, die sich bewusst für einen Labmaranerwelpen entschieden haben, verwundert mich das nicht. Schließlich gibt es inzwischen alleine durch die Zucht um Milow viele bekannte Labmaraner auf Instagram, deutlich mehr Bilder von Labmaranern im Internet und einige Informationen mehr zu dem Hybrid als zu dem Zeitpunkt, als wir uns über ihn informiert haben. Wir konnten nur im leisesten erahnen, was uns erwarten würde. Heute kann ich nur zu gut verstehen, was Hundeinteressierte an Labmaranern finden.

Verantwortung für einen Hund – besonders in Zeiten von COVID-19

Nicht nur in Zeiten von Corona, aber vor allem seit COVID-19, fühle ich mich noch einmal mehr verantwortlich und dazu verpflichtet, die Menschen, welche mich bezüglich der Zucht um Milow kontaktieren, darauf hinzuweisen, worauf sie sich einlassen, wenn sie sich für das Leben mit einem Labmaraner entscheiden. Natürlich bietet sich gerade diese Zeit für viele Menschen an, sich einen Hund zuzulegen. Viele Gründe, die wohl sonst gegen die Anschaffung eines Hundes sprechen, tendieren nun zu einem. Ich kann die Beweggründe dieser Menschen zwar verstehen, allerdings nicht mehr nachvollziehen, wenn sie ihren einst so süßen Welpen und nächstes Jahr anstrengenden pubertären Hund wieder abgeben, weil ihnen die Freiheit lohnender als ein treuer Begleiter erscheint.

Wir für unseren Teil wollten uns schon lange vor Milow einen Hund anschaffen, wenn die Umstände dafürsprachen. Wir glaubten der Verantwortung gewachsen zu sein, die Hundeerziehung locker zu wuppen und dem Hund gerecht werden zu können. Rückblickend bin ich sehr froh, dass uns anscheinend damals nicht in vollem Umfang klar war, auf welches Abenteuer wir uns mit unserem Labmaraner Welpen einlassen würden. Denn wie sich mit der Zeit herausstellen sollte, fiel uns die Hundeerziehung teils alles andere als leicht. Auch wir kamen an unsere Grenzen, verloren so manche Nerven und hofften ständig auf bessere Zeiten. Wir machten Fehler, waren wütend auf uns, auf den Hund und verfielen dabei oftmals in einen Teufelskreis. Doch all dies führte dazu, dass wir mit der Zeit über uns hinauswuchsen, über unsere Komfortzonen, aus denen wir doch eigentlich gar nicht heraustreten wollten. Wir haben an uns gearbeitet, immer wieder – weil wir gemerkt haben, dass nicht der Hund das Problem ist, sondern wir. Aufgeben war für uns nie eine Option.

Resümee

Wenn ich heute über diese Zeiten nachdenke, bin ich zum einen froh, dass wir sie hinter uns gelassen haben, zum anderen stolz, dass wir sie gemeistert haben. Ich würde sie einerseits zwar jedem, der sich einen Hund, einen Labmaraner, zulegt, gerne ersparen, sie andererseits aber auch niemandem vorenthalten wollen. Denn ich glaube, dass man diese Zeiten gemeinsam durchstanden haben muss, um zueinander zu finden. Um als Team gemeinsam stark werden zu können. Umso mehr tut es mir in der Seele weh, wenn ich mitbekomme, dass Menschen ihren Hund wieder abgeben, weil sie ihm nicht gerecht werden können, aber noch viel schlimmer: wollen. Wer sich einen Hund anschafft, gleichweg ob Labmaraner oder nicht, sollte sich der Verantwortung im Vorhinein bewusst sein. Neben Zeit- und anderen Beweggründen ist die Hundeerziehung ein großes und heikles Pflaster, das meiner Meinung nach sehr viele Menschen unterschätzen. Leider werden sie mit diesem aber auch erst in der Situation selbst konfrontiert. Und anstatt sich mit sich selbst und dem Hund auseinanderzusetzen, werfen sie das Handtuch und geben ihn ab. Und dem möchte ich gerne vorbeugen, sofern dies in meiner Macht steht.

Verantwortung für unseren Labmaraner Milow

Mein Labmaraner Milow

Milow ist in meinem Leben eine große Bereicherung. Er hat mir vieles gelehrt und beigebracht. Durch ihn bin ich über meine Grenzen hinausgewachsen und aus meinen Komfortzonen herausgekommen. Er hat mir mehr abverlangt, als ich es mir jemals hätte ausmalen können. Und doch bereue ich keine Minute, in der ich meine Nerven wegen ihm gelassen habe. Keine Träne, die ich aus lauter Verzweiflung vergossen habe. All die Arbeit hinsichtlich der Hundeerziehung hat sich ausgezahlt. Ich bin mit einem treuen Begleiter belohnt worden, der mich mit seiner Liebe nur so überschüttet. Der mich durch mein Leben begleitet, als wäre er schon immer da gewesen. Der mich beschützt und mir ein Gefühl des Angekommen seins schenkt. All die Erfahrungen mit ihm will ich nie missen, weil sie uns heute dahin geführt haben, wo wir nun sind.

Es gibt noch so viele Erfahrungen und Themen, über die ich zukünftig weiter bloggen könnte. Doch aufgrund meines baldigen neuen Vollzeitjobs lässt die Zeit dies leider vorerst nicht mehr zu. Dennoch werde ich versuchen, euch weiterhin mit Bildern und Videos in unserem Alltag mit Milow mitzunehmen. Natürlich dürft ihr mir auch weiterhin gerne schreiben, wenn ihr Fragen oder Anregungen habt. Über euer Feedback freue ich mich immer sehr.