Zahnwechsel

Pünktlich zum Anfang des vierten Monats fing der Zahnwechsel bei Milow an. In den ersten Tagen bemerkten wir diesen kaum, bis ich an einem Morgen einen losen Zahn von ihm auf den Fliesen in unserer Wohnung vorfand. Spätestens zu dem Zeitpunkt wusste ich Bescheid.

Wie bereiten wir uns auf den Zahnwechsel beim Hund vor?

Wir haben bereits im Vorfeld mit mehreren Hundebesitzern über das Zahnen gesprochen und einige Tipps von unserer Hundetrainerin mit auf den Weg bekommen.
Wir sind also bestens darauf vorbereitet und gespannt gewesen, was diese Zeit wohl mit sich bringt und uns abverlangen wird. Es ist nämlich so, dass der reguläre Zahnwechsel beim Hund zwischen dem vierten und siebten Monat stattfindet. Bei größeren Hunden kann dieser auch schon eher erfolgen.
Ganze drei Monate kann es dauern, bis alle Milchzähne rausgefallen und die 42 bleibenden Zähne durchgebrochen sind. Die Hunde verschlucken in der Zeit meist ihre Milchzähne, sodass man sich als Hundebesitzer glücklich schätzen kann, wenn man überhaupt einen von den rausgefallen findet.
Genauso wie ein Kind leidet verständlicherweise auch der Welpe unter dem Zahnwechsel und neigt dazu, in vielen Momenten aufgrund dieser ungewohnten Schmerzen unruhig zu werden.

Wie geht der Hund mit dem Zahnwechsel um?

Bei Milow hat das Zahnen rund zweieinhalb Monate gedauert. Nach zwei Monaten hatte er bis auf seine beiden obigen Eckzähne alle Milchzähne verloren. Diese wurden ihm dann im Rahmen der kieferorthopädischen Behandlung zwei Wochen später unter Narkose gezogen. Denn sie saßen noch viel zu fest im Kiefer, waren sehr hartnäckig und standen der Schiene bei der Richtung des Gebisses im Weg. In der gesamten Zeit war Milow den Umständen entsprechend noch sehr ruhig, ab und an wurde er mal etwas nervöser. Aber diese Phasen hielten sich glücklicherweise im Rahmen.

Seine Zähne sammelten sich von Woche zu Woche an. Er legte uns sie fast schon wie Geschenke vor die Füße: Den einen fand ich auf einer Armlehne unserer Couch, den anderen auf meinem Nachttisch, einen weiteren im Badezimmer. Milow verteilte sie in der kompletten Wohnung, an allen klebte bereits getrocknetes Blut. Manchmal schauten wir auch in seinem Gebiss nach, wie der Stand der Dinge ist – auch wenn er uns das zugegebenermaßen noch heute nicht so gerne zeigt. Wir konnten ihm geradeso dabei zusehen, wie seine Zähne nachkommen und fieberten mit ihm. Ab und an blutete er auch an der ein oder anderen Stelle im Gebiss, was in dem Zusammenhang aber ja absolut normal ist.

Wie können wir unserem Hund den Zahnwechsel erleichtern?

Auch für uns bleibt diese Phase noch nachträglich in Erinnerung, weil sie sehr intensiv und prägend für unsere Beziehung mit ihm gewesen ist und unsere Bindung zueinander noch einmal mehr gestärkt hat. Wir haben uns wirklich vorstellen können, wie weh es ihm getan haben muss, all seine Milchzähne nacheinander zu verlieren – bedenkt man doch einmal die persönlichen Zahnschmerzen.
In der Zeit haben wir ihm viele Ruhephasen gegeben, mit ihm gekuschelt, ihn gekrault und selten alleine gelassen. Am besten aber ist der mit tiefgekühltem Joghurt gefüllte Kong bei ihm angekommen. Immer wenn wir das Gefühl hatten, dass er unruhig wird, oder ihn zuhause alleine ließen, gaben wir ihm den Kong als Ablenkung zum Auslecken. So war er wenigstens für kurze Zeit damit beschäftigt und die Schmerzen wurden durch die Kühle etwas erträglicher für ihn.
Den Tipp kann ich euch nur ans Herz legen, bislang haben wir damit immer gute Erfahrungen gemacht.

Ich persönlich empfand die Zeit des Zahnens bei Milow als nicht sehr anstrengend, sondern viel mehr als sehr bedeutsam für unsere Beziehung mit ihm. Seine Entwicklung so intensiv mitzuerleben, war für uns sehr aufregend und auch schön. Seine Milchzähne habe ich natürlich alle gesammelt und werde sie mein Leben lang aufbewahren. Sie werden mich immer an diese besondere Zeit erinnern.

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