Knabbern

Wann geben wir unserem Hund Kauartikel zum Knabbern?

In den ersten Tagen nach Milows Einzug gab es nur zwei Zustände, in denen er sich befand: schlafend oder spielend. Etwas dazwischen gab es nicht. Und da wir nicht immer die Zeit hatten, ihn zu beschäftigen, aber das Anknabbern an Gegenständen unterbinden wollten – so auch auf der Arbeit – haben wir ihm oft als Alternative etwas zum Kauen gegeben: Kauknochen, Kaffeewurzeln oder aber Hasenohren (was mir wirklich schwer gefallen ist, denkt man doch an meine ehemaligen Mitbewohner…). All das sollte ihn müde machen und auslasten, wenn es nicht gerade die körperliche oder geistige Auslastung war.
Doch je größer und älter er wurde, umso schneller hatte er die Kauartikel aufgefressen. Es handelte sich also nur noch um wenige Minuten, bis er wieder ankam und neues Material von uns verlangte. Ich habe mir immer besonders einen Kopf darum gemacht, dass ihm in der Zeit des Nichtstuns langweilig werden könnte und er nicht vollkommen ausgelastet ist.

Warum muss ein Hund nicht rund um die Uhr beschäftigt werden?

Seit über einer Woche stelle ich mit jedem Tag mehr fest, dass ich ruhigen Gewissens sein kann, wenn er mal nicht beschäftigt ist. Denn Hunde, so habe ich es neulich noch einmal mehrfach nachgelesen, müssen nicht rund um die Uhr unterhalten werden. Sie verschlafen die meiste Zeit ihres Lebens und brauchen am Tag nur wenige Stunden volle Aufmerksamkeit und bestenfalls eine vielfältige Auslastung.

Wann braucht ein Hund eine kieferorthopädische Behandlung?

Primär aus gegebenem Anlass ziehe ich diesen Blogbeitrag nun vor, weil er mit einem Thema verknüpft ist, das ich gerne schon jetzt aufgrund seiner Aktualität kommunizieren möchte: eine kieferorthopädische Behandlung beim Hund. Eine was? Ja, die gibt es wirklich! Wie beim Menschen, so auch beim Tier.
Unsere Tierärztin stellte vor einigen Wochen eine Fehlstellung des Gebisses von Milow fest und spielte auf einen Überbiss an. Wenn wir ihn nicht behandeln lassen würden, könnte es langfristig zu starken Problemen beim Kauen führen und in Schmerzen enden, weil ihm die Zähne drücken.
So haben wir uns ohne viel nachzudenken für eine kieferorthopädische Behandlung entschieden, die er vor knapp 10 Tagen über sich ergehen ließ.

Wie lässt sich der Biss beim Hund richten?

Unter Narkose hat Milow eine hautfarbene Schiene, die man sich wie einen Guss vorstellen kann, in den Oberkiefer zwischen seine Zähne eingearbeitet bekommen, die den Biss richten sollte. Drei bis vier Wochen musste er diese tragen, bevor er sie wieder rausbekam.
Jetzt, mit sechs Monaten, ist er noch in einem Alter, in dem sich der Biss zeitnah korrigieren lässt. Für ihn hat der Eingriff allerdings bedeutet, jeweils fünf Tage lang Schmerzmedikamente einnehmen zu müssen und in den Wochen nichts anknabbern zu dürfen.

Wie gewöhnen wir unserem Hund das Knabbern ab?

Natürlich war es in den ersten Tagen anstrengend, ihm noch deutlicher und konsequenter als ohnehin schon zu verstehen zu geben, in nichts mehr reinbeißen, nichts mehr anknabbern zu dürfen. Alle Spielsachen mussten wir ihm wegnehmen, um der Gefahr, dass die Schiene durch eine Reibung kaputtgeht oder rausfällt, vorzubeugen. Anfangs war er mit der Situation sehr unzufrieden, war es doch für ihn auch ein unbekanntes und beklemmendes Gefühl im Maul. Zudem war der Drang, Dinge anzuknabbern, viel zu ausgeprägt. Doch schon nach wenigen Tagen kam er mit der Situation ganz gut klar, meisterte den Alltag souverän und entspannte sich nun auch auf seiner Decke, ohne an etwas knabbern zu wollen. Eine Situation, die wir so nicht erwartet haben und die sich nicht nur für sein Gebiss gelohnt hat, sondern auch für uns, die wieder um eine Erfahrung reicher geworden sind.

Kommentar verfassen