Job mit Hund

Für uns stand von Anfang an fest, dass Milow mich die meiste Zeit zur Arbeit begleiten soll. Denn auch wenn mein Freund aktuell homeoffice arbeitet, kommt es öfters vor, dass er verreisen muss. So wollten wir Milow schon im Welpenalter daran gewöhnen, ein Bürohund zu werden.

Was muss beachtet werden, wenn der Hund mit ins Büro kommen soll?

Im Vorhinein ist es natürlich wichtig abzuklären, ob es für den Arbeitgeber und alle anderen MitarbeiterInnen klargeht, dass der eigene Hund zukünftig mit zur Arbeit kommt.
Auch wenn immer mehr Unternehmen, vor allem Agenturen, für Hunde offen sind, ist es noch längst nicht überall selbstverständlich.
Ich muss zugeben, dass ich mit meinem Team ein unglaubliches Glück habe, da es von Anfang an dem Thema Hund gegenüber offen war, Milow seit Tag 1 freundlich aufnahm und akzeptierte.
Inzwischen wird er geliebt und sogar vermisst, wenn er mal nicht mitkommt. Meinem Chef bin ich für dieses Benefit unglaublich dankbar.

Welche Anschaffungen sind zu tätigen?

An was muss man eigentlich alles denken, wenn man seinen Hund mit zur Arbeit nehmen möchte?
Es gibt einige Anschaffungen, die einmalig getätigt werden müssen. An andere Dinge hingegen muss jeden Tag neu gedacht werden.

Für’s Büro habe ich Milow eine große Stofftransportbox gekauft, die mit einem Reißverschluss verschließbar ist und in der er seine Ruhe finden kann.
Die Box habe ich mit einer Decke ausgestattet, damit er sich darin auch wohlfühlt. Zudem habe ich ihm einige Spielzeuge gekauft, mit denen er sich möglichst geräuschlos beschäftigen kann, wenn er will.
Vor einiger Zeit habe ich zusätzlich ein Körbchen mit einer Decke angeschafft, an das er sich als Ruheplatz mit der Zeit gewöhnen soll. Denn aktuell findet er seine Ruhe immer noch lediglich in der verschlossenen Box. Darüber hinaus durften als einmalige Anschaffung zwei Näpfe für’s Büro auch nicht fehlen.

Da ich weiß, dass Milow gerne, vor allem im Zahnwechsel, an etwas knabbert, habe ich anfangs einige Knochen und Kaustangen gekauft, die er nach und nach – noch heute liebend gerne – nutzt.
Zudem packe ich täglich zwei Futterrationen für die Arbeit ab, die ich ihm mittags und abends auf der Arbeit füttere.

Wie findet der Hund Ruhe im Büro?

Mir ist bei all dem immer besonders wichtig gewesen, dass Milow sich im Büro wohlfühlt, vor allem aber zur Ruhe kommt und mich arbeiten lässt. Denn die Arbeit sollte unter den neuen Umständen ja nicht leiden. Zudem habe ich immer versucht, ihm an einem normalen Arbeitstag möglichst viel Auslauf zu geben, damit er ausgelastet ist. So gehe ich, nach wie vor, schon vor der Arbeit, in der Mittagspause und nach der Arbeit meistens mindestens eine halbe Stunde oder manchmal auch länger mit ihm raus. In der Anfangszeit ging ich auch zwischendurch schon mal kurz mit ihm vor die Tür, wenn er unruhig wurde.

Labmaraner sind anspruchsvolle Hunde, die besonders viel beschäftigt werden müssen. Nicht nur körperlich, sondern gleichermaßen auch geistig. Im Arbeitsalltag hat man dafür leider oft nicht so die Zeit. Deshalb nutze ich immer noch zumindest kurze Pausen auf der Arbeit, um einige Kommandos mit ihm zu üben, Leckerlis zum Suchen zu verstreuen oder ihm einen gefüllten Kong zur geistigen Beschäftigung zu geben.

Als Welpe schläft ein Hund die meisten Stunden auf der Arbeit, muss dafür zwischendurch öfters raus, weil er noch nicht so gut einhalten kann. Wenn er dann älter wird, ist er aktiver, muss aber dafür seltener, wenn auch länger, raus. Seinen Drang kann er dann besser steuern. Beide Phasen bringen viel Stress mit sich, keine Frage. Nicht nur für einen selbst, sondern auch für die KollegInnen, die dadurch eventuell gestört werden könnten. So ein Arbeitsalltag mit Hund verlangt allen eine gewisse Toleranz und ein Verständnis für die Situationen ab, die nicht immer selbstverständlich sind.

Warum erfordert es Geduld, den Hund ans Büro zu gewöhnen?

Aktuell ist es oft recht anstrengend, der Arbeit und ihm gleichermaßen gerecht zu werden. Denn je aktiver Milow wird, umso mehr sucht er im Büro meine Nähe und braucht viel Aufmerksamkeit –  und für die tut er wirklich alles. Sei es Blickkontakt mit mir zu halten oder aber an Gegenständen provozierend zu knabbern. Doch mit klaren Ansagen, Ablenkung und Ruhephasen in der Box wird er mit und mit ausgeglichener und beschäftigt sich auch aus sich mit seinen Spielsachen. Ich denke, dass es auch hier eine Frage der Zeit ist, bis er sich an den Büroalltag gewöhnt hat. Sein Temperament kann ich ihm hier aber auch nur selten verübeln, will er doch schließlich die Welt entdecken und nicht dauerhaft den Bürofußboden…

 

 

 

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