Hundeschule

Unsere Entscheidung für eine Hundeschule stand nie zur Diskussion, da mein Freund und ich uns schon immer darin einig gewesen waren, dass, sollten wir uns einmal einen Hund zulegen, wir mit ihm auch unbedingt in eine Hundeschule gehen möchten.
Meiner Meinung nach kann man einen Hund zwar auch selbst erziehen, wenn man sehr diszipliniert ist, sich mit gängigen Erziehungsmethoden auskennt und viel Erfahrung im Umgang mit Hunden aufweist. Allerdings haben Hundeschulen auch ihre Berechtigung und werden vor allem Anfängern nicht umsonst nahegelegt. Und ehrlicherweise habe ich mir anfangs trotz der vielen Erfahrungen mit Hunden die Erziehung eines Welpen alleine nicht zugetraut.

Welche Hundeschule ist die richtige?

Ich informierte mich bereits vor Milows Einzug online über Hundeschulen im näheren Umkreis unseres Zuhauses und verglich sie miteinander. Mir waren dabei vor allem deren Bewertungen wichtig, aber auch das jeweilige Angebot und der Preis. Die Hundeschulen unterscheiden sich nämlich sehr voneinander, besonders in der Erziehung der Hunde.
Letztlich habe ich mich bei meiner Wahl auf meinen ersten Eindruck durch die Onlinerecherche verlassen und für eine Hundeschule direkt bei uns um die Ecke entschieden. Sie hat eine sehr gute Bewertung und bietet ein umfangreiches Angebot sowie solide Preise an. Auf ihrer Website gibt es eine Übersicht über die Erziehungstrainings, die sich jeweils nach den Wochen und Monaten richten, die der Hund alt ist. Sie dient der eigenen Orientierung und gibt einem selbst ein besseres Verständnis dafür, in welcher Phase sich der eigene Hund gerade befindet und was er darin lernen bzw. können sollte. Die Hundetrainerinnen unserer Hundeschule bevorzugen eine moderne Erziehung mit positiven Verstärkungen und wenig Aggressivität.

Warum sind Spielstunden für die Sozialisierung von Hunden so wichtig?

Unsere Hundeschule bietet neben dem anfänglichen Einzeltraining auch Spielstunden an, in denen, in unserem Fall, der Welpe Sozialverhalten in der Gruppe erlernen soll. An zwei Tagen in der Woche finden zwei Spielstunden hintereinander statt, die sich auf kleine und große Hunde aufteilen (unabhängig vom Alter der einzelnen Hunde).
Wir sind in den ersten Wochen mit Milow zweimal die Woche in die Hundeschule gegangen. Das eine Mal zum Einzeltraining, das andere Mal zur Spielstunde. Und ich muss sagen, dass sich der Besuch einer Hundeschule alleine schon für die Spielstunde lohnt. Auch wenn hier gezielt Hunde zusammengesetzt werden, um miteinander zu spielen, lernen sie so von klein auf, sich anderen unterzuordnen und fair miteinander zu spielen.
Milow beispielsweise hat sich immer devot verhalten und dreht erstaunlicherweise in den Spielstunden auch noch heute selten auf. Er nimmt die anderen Spielgefährten zwar wahr, verliert aber meist schnell die Lust am gemeinsamen Raufen. Anders verhält es sich hier in der freien Wildbahn, wenn wir mit ihm auf der Spielwiese unterwegs sind und er sich einen Spielgefährten aussuchen kann. Mit einem halben Jahr ist er übrigens schon zu den Großen gewechselt, weil er den Kleinen über den Kopf gewachsen ist.

Was können wir von der Hundeschule lernen?

Wir sind mit Milow an die Inhaberin der Hundeschule geraten. Sie ist IHK Hundefachwirtin und hat selbst einige Hunde. Wir haben uns auf Anhieb super mit ihr verstanden und nach wie vor das Gefühl, von ihr individuell behandelt und verstanden zu werden. Im Training mit ihr und Milow merken wir immer wieder auf’s Neue, wie selbstverständlich es sein kann, dass der eigene Hund auf einen hört.
Seit Milows Einzug arbeiten wir schon mit ihr zusammen. Gemeinsam haben wir ihm die Grundsignale beigebracht, sie hat uns schon einige Male in Problemsituationen, auch zuhause, ausgeholfen und gibt uns aktuell Tipps für die Leinenführigkeit mit ihm.
Immer wenn wir nahezu verzweifelt gewesen waren, wenn etwas nicht so gut lief, war sie für uns da. Sogar in unserem Urlaub tauschten wir Sprachnachrichten aus, da zu der Zeit viele Fragen bezüglich der Erziehung Milows unsererseits aufkamen. Zu seiner Verteidigung muss ich an der Stelle hinzufügen, dass damals sein Zahnwechsel bevorstand, der ihm sehr zu schaffen machte. Dieser Zustand erklärte nachträglich sein unruhiges Verhalten. Mir war dieser leider erst recht spät aufgefallen.
Mit unserer Hundetrainerin konnten wir schon einige Probleme aus der Welt schaffen und sind sehr froh, sie nach wie vor in Anspruch nehmen zu können.

Welche Erziehungsmethode ist die richtige?

Meiner Meinung nach sollte man immer individuell entscheiden, welchen Tipp man von Profis annimmt und welchen nicht, was man zuhause weiter umsetzt und was man lässt. Sie geben einem die Richtung vor, wie man mit einer bestimmten Situation umgehen kann. Meist ist diese dann nur eine von vielen Möglichkeiten, Probleme zu lösen oder diesen vorzubeugen.
Wir persönlich haben beispielsweise viel von ihrem Verhalten zuhause adaptiert und sind mit dieser Art der Erziehung in vielen Situationen sehr zufrieden. Es gibt aber natürlich auch Momente, in denen der sehr freundliche Umgang, den wir in der Hundeschule im Einzeltraining gewählt haben, nicht mehr zieht. Ein hartes und konsequentes „Nein“ finden wir hier deutlich angebrachter und effektiver. Milows entsprechenden Reaktionen bestätigen unsere Einschätzung an der Stelle immer wieder.
Man muss für sich selbst herausfinden, worauf der eigene Hund am besten hört, welche Art der Erziehung in den jeweiligen Situationen am angebrachtesten und effektivsten ist. Wann es auch mal sinnvoll sein kann, mit strengen Worten härter durchzugreifen.

Warum ist Konsequenz bei der Hundeerziehung so wichtig?

Je älter Milow wird, umso mehr merken wir bei seiner Erziehung, dass komplettes Kontrastprogramm zieht: Sind wir in einem Moment auf Kuschelkurs mit ihm, sind wir im nächsten unberechenbar für ihn. Fängt er an uns zu dominieren, zeigen wir ihm die kalte Schulter. Nimmt er neben uns von sich aus Platz, belohnen wir sein Verhalten überschwänglich. Er muss sich an uns orientieren und wir müssen ihm das nötige Vertrauen schenken, es zu können.
Bei der modernen Erziehung hat der Hund keine untergeordnete Rangposition, sondern ist als vollwertiges Familienmitglied anzusehen – so auch in unserem Fall. Ich kann diese Erziehungsmethode nur teilen und finde den Gedanken sehr schön. Wir möchten unserem Hund auf einer Vertrauensbasis soziales Verhalten beibringen, das uns den Umgang mit ihm und unserem Umfeld vereinfacht.

Wir sind sehr froh, den Weg bis hierhin so gegangen zu sein. Ihn so konsequent zu erziehen, zu korrigieren.
Es ist nicht immer leicht und raubt uns so manche Nerven, vor allem mir. Es ist oft sehr anstrengend mit ihm, was ein Außenstehender vielleicht gar nicht so mitbekommt. Aber am Ende zahlt es sich aus, wenn man in der Hundeerziehung konsequent ist – das halte ich mir jedenfalls immer vor Augen.

Bei Milows Rasse und Größe darf man aber auch nicht vergessen: Wir hätten spätestens jetzt ein großes Problem, wenn unser Hund nicht erzogen ist. Denn aufgrund seines aktuellen Gewichtes von 23 kg würde es bei anderen Menschen weniger gut ankommen, wenn er sie stürmig anspringt oder ihnen, ihrem Empfinden nach, zu nahe kommt. Wir haben nicht nur uns, sondern auch allen anderen Lebewesen gegenüber eine Verantwortung – nämlich, dass sich der eigene Hund angemessen verhalten kann.

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