Hund und Baby

Bald erwarten meine Schwester und mein Schwager Nachwuchs und die Zeit rennt nur so davon. In den letzten Wochen ist mir häufig der Gedanke durch den Kopf gegangen, wie wohl das erste Aufeinandertreffen zwischen Milow und dem Baby aussehen wird. Nicht, dass ich große Sorgen vor dem ersten Kennenlernen habe. Ich überlege nur, wie man dies als Hundehalter positiv beeinflussen und seine Bedenken beiseiteschieben kann. Schließlich ist es nicht das eigene Baby und man möchte sich als Schwester ja auch richtig verhalten, wenn es um die eigene Nichte geht.

Welche Bedenken habe ich als Hundehalterin vor dem ersten Kennenlernen zwischen unserem Hund und dem Baby?

Milow ist ein unglaublich lieber und herzlicher Hund, der keiner Fliege was zu Leide tun würde, keine Frage. By the way: Letztens ist er einer Entenparade im See hinterhergeschwommen und ich habe ihn wie eine Irre zurückgepfiffen. Ich habe die Enten schon nicht mehr lebend gesehen, da ist er ganz entspannt in unsere Richtung zurückgerudert und hat uns mit seinen treuen Hundeaugen angeschaut, als er triefend aus dem See gekommen ist. So als wenn nichts gewesen wäre und er die Welt nicht mehr verstehen würde.

Womöglich hätte jeder andere Hund das Ziel fest im Blick gehabt und versucht nach den Enten zu schnappen, Milow aber hat wohl keinen Gefallen daran gefunden, den Enten noch näher aufzulauern oder gar nach ihnen zu schnappen. Und genau dafür liebe ich ihn. Weil ich meine Hand für ins Feuer legen würde, dass er niemals jemandem absichtlich Schaden zufügen würde. Unser Hund würde auch dem Baby mit Sicherheit nichts antun oder ihm erst gar nicht gefährlich gegenübertreten.

Dennoch wirkt er aufgrund seiner Statur, seines Gewichtes und seiner Größe auf fremde Personen einschüchternd. Wer ihn nicht kennt, fürchtet sich meistens erst einmal vor ihm. Denn wenn er hochspringt oder einen Satz auf einen zumacht, kann er angsteinflößend wirken und eine Gefahr darstellen. Leider ist das so und leider werden wir diese erste Panik manchen Menschen auch nicht nehmen können – auch wenn ich’s liebend gerne tun wollen würde. Aber vor dunklen großen Hunden fürchten sich nun mal die meisten Personen und so schnell wie sich Milow manchmal bewegt, hat man auch kaum noch die Chance dazu, das Gegenüber rechtzeitig aufzuklären und zu beruhigen.  

Aus diesem Grund habe ich große Bedenken, Milow in die Nähe des Neugeborenen zu lassen. Er ist nach wie vor noch ziemlich unkontrolliert in seinen Bewegungen, sehr temperamentvoll und tollpatschig in vielen Situationen. Keiner von den Beteiligten könnte abschätzen, in welcher Intensität Milow auf das Baby zuschreiten wird. Auch wird uns allen vorher nicht klar sein, wie er das Baby aufnehmen wird. Wird er sich langsam an das Neugeborene herantasten? Schleckt er es ab oder will er mit ihm spielen? Macht er ihm Angst oder fühlt sich das Baby in seiner Nähe wohl? Auf diese ganzen Fragen werde ich wohl vor dem ersten Kennenlernen keine Antworten finden, bin ich doch noch so gespannt auf den Moment.

 

Wie wohl die erste Hund und Baby Begegnung aussehen wird?
Wie wohl die erste Hund und Baby Begegnung aussehen wird?

Wie können wir die erste Begegnung zwischen unserem Hund und dem Baby positiv beeinflussen?

Es liegt ganz klar in unserer, vor allem meiner, Verantwortung, die erste Begegnung zwischen Milow und dem Baby zu kontrollieren und positiv zu bestärken. Natürlich können wir uns im Vorfeld nicht genauestens auf das erste Treffen vorbereiten, weil wir ja gar nicht wissen, wann, wo und wie die beiden zum ersten Mal aufeinanderstoßen werden. Aber wir können uns zumindest vorher Überlegungen dazu machen, wie wir ihn an das Baby heranführen möchten und welches Training wir mit ihm bereits vor der Geburt noch einmal intensivieren möchten, was den Umgang mit ihm und dem Baby erleichtern würde.

Ich habe mich viel dazu belesen, wie man den eigenen Hund auf ein Neugeborenes vorbereiten kann. Nun ist es in unserem Fall nicht unser eigenes Baby, sondern das meiner Schwester und meines Schwagers. Dementsprechend ist der Sachverhalt noch einmal ein ganz anderer, sind wir doch bei den beiden mit Milow nur ab und an zu Besuch. Im Internet werden einem jedoch viele Hilfestellungen und Tipps gegeben, wie man den Hund an ein Baby langsam heranführen kann. Die, die ich davon für sehr relevant halte und denen ich gerne nachgehen wollen würde, sind folgende:

  • Den Hund an einem getragenen Kleidungsstück des Babys, mit seinem Geruch dran, riechen lassen, damit er sich an den Geruch gewöhnen kann.
  • Das Deckentraining mit dem Hund noch einmal verstärkt üben, damit er zukünftig Platzanweisungen aufs Wort befolgt. Das ist vor allem wichtig, wenn er dem Baby nicht zu nahekommen und Grenzen beachten soll.
  • Festgelegte Räume tabuisieren. Ähnelt dem Deckentraining, denn im Kinderzimmer des Babys beispielsweise hat er nichts zu suchen, wenn das Neugeborene dort zur Ruhe kommen soll.

Zudem habe ich mir vorgenommen, Milow bei den ersten Treffen mit dem Baby erst einmal eng an der Leine zu führen, damit er nicht viel Spielraum hat, auf das Baby loszugehen oder keine unkontrollierten Bewegungen machen kann. Zudem würde ich – und ich gehe davon aus, dass das selbstverständlich sein sollte – Milow und das Baby zusammen niemals aus den Augen lassen.

Auch wenn wohl die meisten Hundebesitzer für ihre Hunde die Hand ins Feuer legen würden, dass nichts passieren würde, wenn sie diese mit einem Kind zusammen alleine lassen würden, sollte man niemals „nie“ sagen (wie man so schön sagt). Einmal nicht hingeschaut, einen Moment lang die beiden unbeobachtet gelassen, und schon ist was passiert. Ich würde es mir nie verzeihen, wenn mein Hund einem fremden Baby, in dem Fall sogar meiner Nichte, Schaden zufügen würde. Deshalb sehe ich es auch in unserer Verantwortung, solch einer Situation immer rechtzeitig vorzubeugen.

Natürlich gibt es neben meinen oben genannten Favourites noch viele weitere Tipps für die Gewöhnung des Hundes an ein Baby, aber die meisten sind erst umsetzbar, wenn man selbst in der Situation ist, „menschlichen“ Nachwuchs zu erwarten. Und bis dahin freuen wir uns jetzt erst einmal auf diesen Familienzuwachs und sind auf das, was kommt, schon sehr gespannt.

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