Grundkommandos

Die Grundkommandos spielerisch erlernen – so begannen auch wir mit Milow, nachdem er bei uns eingezogen war. Es dauerte nur wenige Tage bis er bereits Sitz und Platz beherrschte. Mein Freund hatte es ihm an einem Nachmittag beigebracht und empfand es kinderleicht.
Man muss aber auch dazu sagen, dass wir großes Glück mit unserem Hybrid haben: Bei unserem Labmaraner kommt ganz klar der Labrador durch, wenn es ums Fressen oder insbesondere Leckerlis geht. Denn für’s Futter tut er alles.
Wie ihr die wichtigsten Kommandos mit eurem Hund üben könnt und wie es sich mit ihnen aktuell bei uns verhält, verrate ich euch im Folgenden.

Wie bringen wir unserem Hund „Sitz“ bei?

Das meiner Meinung nach wichtigste Grundkommando, was es gibt, ist „Sitz“.
Wir verwenden es in sämtlichen Aktionen, in denen wir Milow ins Sitzen bringen möchten. Meist klappt es sogar schon, wenn wir nur mit dem Zeigefinger wortlos vor ihm stehen. Am besten aber natürlich nach wie vor mit einem Leckerli in der Handfläche.
Wie ihr eurem Welpen bzw. Hund das Kommando beibringen könnt? Ganz einfach: Ihr stellt euch aufrecht vor ihn, schaut ihn an und führt das Leckerli mit eurer Hand dicht über seine Schnauze und den Kopf. So zwingt ihr ihn, wenn auch unbewusst, ins Sitz. In dem Zusammenhang sagt ihr laut und deutlich das Kommando „Sitz“. Nimmt er die Position ein, wird er dafür belohnt. Er bekommt das Leckerli, wenn er in der Stellung verharrt. Mit einem freundlichen „fein“ könnt ihr seine Aufmerksamkeit noch einmal zusätzlich honorieren. Mit der Zeit müsst ihr das Leckerli gar nicht mehr über seinen Kopf führen, sondern zwischen eurem Daumen und Mittelfinger positionieren und ihm mit dem Zeigefinger aufrecht vor ihm stehend den Befehl geben. Er verknüpft von sich aus, dass ihr ihn damit ins Sitz bringen wollt und kommt dem Wunsch bestenfalls nach.

Wie bringen wir ihm „Platz“ bei?

Das zweitwichtigste Grundkommando meinem Empfinden nach ist „Platz“. Erlernen kann euer Hund dies am einfachsten aus der Position des Sitzens heraus. Dazu nehmt ihr ebenfalls ein Leckerli in die Hand und haltet es vor ihm zwischen seine Füße. Zusätzlich könnt ihr mit eurer anderen offenen Handfläche dicht über den Boden vor ihm streichen, um ihm die Richtung vorzugeben. Von alleine wird er merken, worauf ihr hinauswollt und sich hinlegen. Ihr verknüpft den Befehl wieder mit einem lauten und deutlichen „Platz“ und feiert ihn mit dem Leckerli und überschwänglich freundlichen Worten.
Bei uns funktioniert das Kommando inzwischen so gut, dass er automatisch vom Sitz ins Platz geht, wenn er ein Leckerli sieht, oder aber das Sitzen einfach überspringt und direkt ins Platz übergeht.

Wie bringen wir unserem Hund „Bleib“ bei?

Dieses Kommando finde ich persönlich mit am schwierigsten anzuwenden. Es ist zwar simpel dem Hund beizubringen, nur ist für uns die Länge der Zeitspanne, in der Milow in einer Position verharrt, immer noch nicht zufriedenstellend.
Das Signal kann aus der Position des Sitzens oder auch des Liegens hervorgehen – je nachdem, wofür ihr euch entscheidet. Es braucht Geduld, ihm das Kommando beizubringen, da er es nicht so schnell verstehen wird. Habt ihr ihn in einer für euch wünschenswerten Position, schaut ihr ihn an und sagt ihm mit gehobenen Zeigefinger und Leckerli in der Hand „Bleib“. Ihr entfernt euch einen halben Schritt von ihm nach hinten und geht wieder auf ihn zu. Bleibt er in der Stellung, wird er dafür belohnt. Verlässt er sie, fangt ihr von vorne an. Den Abstand, den ihr zu ihm mit der Zeit gewinnt, vergrößert ihr nach und nach. Bestenfalls bleibt er solange in der Position auf der einen Stelle und bewegt sich nicht vom Fleck, bis ihr ihn daraus erlöst. Das kann beispielsweise mit dem Kommando „Komm“ passieren.

Wie bringen wir ihm bei, zu uns zu kommen?

Da sind wir auch schon beim Kommando „Komm“. Es ist mit das wichtigste, wenn ihr mit eurem Hund draußen unterwegs seid und er frei läuft. Denn er muss in jeglicher Situation abrufbar sein und zu euch zurückkommen. Üben kann man das Signal perfekt, wenn er sowieso auf euch zugelaufen kommt. Schenkt er euch eure Aufmerksamkeit, belohnt ihr dies mit Worten und Taten. Jedes Mal wenn er sich von euch entfernt und ihr ihn mit seinem Namen ruft, hängt ihr das Wort „Komm“ laut und deutlich an. Wenn er eurem Befehl folgt, macht ihr alles richtig. Komplizierter wird es nur, wenn ihr ihn in Situationen abrufen wollt, in denen er den Umwelteinflüssen verfallen ist: andere Hunde, unbekannte Gerüche, Jogger und Fahrradfahrer. Hier muss er ebenfalls gehorchen und eurem Kommando folgen.
Bei uns klappt das heutzutage leider auch nur hin und wieder, je nachdem in welcher Situation wir uns gerade befinden. Wir halten uns dann immer wieder vor Augen, dass er noch ein junger Hund ist, der die Welt erkunden will. Da sträubt man sich auch ab und zu nochmal gegen das Herrchen und will nicht auf Kommando kommen. So vieles ist so viel spannender. Wir hatten zum Glück nur wenige Male eine brenzliche Situation, in der Milow beispielsweise mal einem Jogger den Weg gekreuzt hat oder aber einer Fahrradfahrerin.

Wie bringen wir unserem Hund „Aus“ bei?

„Aus“ verwenden wir als Kommando nur, wenn Milow Sachen aus dem Maul tun soll, die er beispielsweise nicht fressen oder aber die er uns zum Schmeißen reichen soll.
An der Stelle kann ich euch nur raten, aufmerksam zu sein, wann euer Hund ein Spielzeug oder einen Stock von alleine fallen lässt. Die Chance solltet ihr nutzen, um ihm das Signal beizubringen. Lobt ihn überschwänglich für die, wenn auch unbewusste, Aktion und gebt ihm die Sache wieder, wenn er von ihr ablässt und sie wieder aufnehmen soll. Gebt ihm das Kommando „Aus“ mit an die Hand, wenn ihr den Gegenstand von ihm verlangt, bevor er ihn auswirft.
Bei uns klappt das Signal in manchen Situationen super, in anderen weniger gut. Spielt er mit uns, lässt er den Gegenstand los, damit wir ihm diesen schmeißen können. Wenn er das nicht macht, spielen wir auch nicht weiter mit ihm. Nimmt er Essensreste, Papiere oder ähnliches von der Straße auf, lässt er diese nicht so einfach los – nur wenn wir dran zerren. Hier kommt leider wieder der verfressene Labrador bei ihm raus…

Wie verbieten wir ihm Dinge?

Über das Kommando streiten sich die Geister. Die einen meinen: niemals „nein“ sagen, wenn ein Hund etwas unterlassen soll. Denn das Wort benutze man schon viel zu oft im Alltag und der Hund könne nicht unterscheiden, wann das Wort ihm git und wann nicht. Die anderen sind davon überzeugt, dass ein Hund versteht, wenn ein klares und deutliches „nein“ an ihn gerichtet ist.
Ehrlich gesagt haben wir vor dem Kommando einige andere Worte und Laute ausprobiert, die unser „nein“ ersetzen sollten – eben aus dem oben genannten Grund. Doch was bei meinem Freund einige Zeit lang funktioniert hat, hat Milow bei mir überhaupt nicht verstanden, geschweige denn angenommen oder befolgt. So habe ich doch nach einigen Wochen das Wort eingeführt, wenn er etwas unterlassen sollte. Fängt er beispielsweise an zu knabbern oder Dinge unerlaubt an sich zu nehmen, sage ich in einem harten und unmissverständlichen Tonfall „nein“. Dazu verwende ich auch gerne den Zeigefinger. Denn gegensätzlich zu allen anderen Kommandos ist bei mir das „nein“ nicht positiv behaftet und fällt deswegen nicht freundlich aus. Währenddessen schaue ich ihm tief in die Augen und gucke böse. Und siehe da: Es wirkt. Er merkt heute, wenn er etwas falsch macht und hört mit der Aktion auf. Man muss nur konsequent sein und dran bleiben.

Zusätzlich gibt es bei all dem eine ganz wichtige Regel, die ich mir von der Frau aus der Hundeschule zu Herzen genommen habe: niemals den Namen des Hundes rufen und hoffen, dass er dies als Kommando wahrnehmen könnte. Wenn man etwas vom Hund möchte, sollte man den Namen zwar zur Aufmerksamkeit rufen, diesen aber dann noch schnell mit einem Kommando versehen. Denn der Hund versteht den eigenen Namen nicht als ein Kommando. Wie auch? Welchem Kommando soll er denn Folge leisten? Erst mit einem anschließenden Signal kann er verstehen und ausführen, was sein Herrchen von ihm wünscht.

Kommentar verfassen