Einzug

Am Freitag, den 12.07.2019, war es endlich soweit: Wir holten unseren Labmaranerwelpen nach der Arbeit abends bei seiner Züchterin in Hückeswagen ab.
(Wer an der Stelle an den Kontaktdaten interessiert ist, kann mir gerne schreiben)

Welche Gedanken schweben vor dem Einzug im Kopf herum?

In den Nächten zuvor konnte ich kaum schlafen, weil mir ein Moment große Angst bereitete.
„Wie schwer würde es Milow wohl fallen, von seinen Geschwistern getrennt zu werden und wie einfach, mit uns nach Hause zu fahren?“ Diese Vorstellung, ihn aus seinem gewohnten Umfeld zu reißen, zerbrach mir fast das Herz, vor allem aber meinen Kopf.
Tausend Gedanken kreisten umher, wie die ersten Tage mit ihm wohl werden würden. Doch am Ende ließ ich einfach alles auf mich zukommen und versuchte mich auf die Vorfreude zu konzentrieren.

Wie sieht der Abschied von den Geschwistern des Wurfes aus?

Als wir auf dem Bauernhof ankamen – er wurde nämlich auf einem wunderschönen ländlich gelegenen großen Bauernhof wie aus einem Bilderbuch geboren – lief er uns neben der Züchterin schon entgegen. Ok, er tapste viel mehr. Ganz selbstbewusst ging er mit uns mit, ohne noch einmal zurückzublicken. Nach einem kurzen Informationsaustausch mit der Züchterin bedankten wir uns noch einmal herzlich bei ihr und nahmen ihn und einen Sack von seinem Welpenfutter mit nach Hause.

Wie sieht die erste Autofahrt aus?

Auf der Autofahrt schaute er die ersten fünf Minuten ganz aufgeregt aus dem Fenster, bevor er sich dann auf meinen Schoß legte und bis vor unsere Haustür einschlief. Sein Herz raste anfangs extrem, schlug aber mit der Zeit immer ruhiger.
Zuhause angekommen nahmen wir ihn mit in unsere Wohnung und setzen ihn im Wohnungsflur ab, ins Wohnzimmer tapste er uns dann von ganz alleine hinterher. Er schnüffelte an allem einmal, legte sich dann gemütlich auf den Boden und schlief ein.
Mein Freund und ich mussten uns wirklich zusammenreißen nicht laut loszulachen, war er doch gerade erst weg aus seiner Heimat und schien sich bei uns direkt wohlzufühlen. Fotogen war er übrigens von Anfang an, was man auf allen Bildern eigentlich ganz gut sehen kann.

Wie ist das Welpenverhalten in den neuen vier Wänden?

Er war so unglaublich süß, dass es uns wirklich schwer fiel, ihn nicht zu kuscheln. Aber wir wollten ihm auch die Chance geben, seine neue Umgebung erst einmal kennenzulernen und sich vernünftig einzuleben, ohne dass er von uns die ganze Zeit beeinflusst wird.
Die von uns gekaufte Erstausstattung für die Wohnung interessierte ihn anfangs übrigens nicht die Bohne, konnte er mit einem Körbchen, einer Leine oder einer Transportbox doch noch gar nichts anfangen.

Wie läuft die erste Nacht mit dem Welpen ab?

Der erste Abend und die erste Nacht war für uns alle absolutes Neuland, sodass ich mich dazu entschied, erst einmal auf der Couch zu übernachten. Mein Plan war, dass Milow auf dem Boden neben mir schlafen sollte, damit ich jederzeit mit ihm rausgehen kann, ohne meinen Freund zu wecken. Doch den Plan habe ich ohne ihn gemacht.
Wie wir es uns schon fast gedacht haben und man von Erzählungen her auch weiß, wimmerte er hin und wieder in der Nacht und fand keinen richtigen Schlaf. Er war unruhig, wusste nichts mit sich anzufangen und schon gar nichts mit dem Alleinsein in der Dunkelheit – so ganz ohne sein Rudel, nur mit mir an seiner Seite.

Ich nahm ihn hoch zu mir, setzte ihn ab, versuchte ihn zu beruhigen, zu beschäftigen und vom Kummer abzulenken. Gefühlt jede Stunde schnappte ich ihn mir und trug ihn raus auf ein Rasenstück, damit er sich entleeren konnte. Ich wollte diesem Moment immer wieder vorbeugen und hatte mir zum Ziel gesetzt, ihn so schnell wie möglich stubenrein zu bekommen.
Mit jeder Stunde, die verging, wurde ich müder und rastloser, hoffte auf Entspannung seinerseits.
Denn auch meine Geduld neigte sich nach mehreren impulsiven Stunden dem Ende entgegen.
Am frühen Morgen schlief Milow dann endlich vor lauter Erschöpfung auf dem Boden neben mir ein. Mit der ersten Nacht in seinem neuen Zuhause endete glücklicherweise auch schon das Wimmern, was mir ein positives Gefühl gab. Ich glaubte, er sei angekommen.

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