Außenkontakt

Nach der ersten Nacht im neuen Zuhause drehten wir am nächsten Morgen eine große Runde mit unserem Welpen durch den Stadtwald hier bei uns in Köln. Er bietet sich für ausgiebige Spaziergänge geradeso an. Auf unserer bevorzugten Hundespielwiese kommen die Hundehalter ins Gespräch. Ausgestattet mit einem kleinen Leckerlisäckchen, gefüllt mit Futterstückchen und Kotbeuteln, machten wir uns mit ihm auf den Weg.

Warum sind Leckerlitaschen so wertvoll?

An der Stelle möchte ich gerne auf die Praktikabilität einer typischen Leckerlitasche hinweisen:
Wir haben dieses Säckchen immer in unseren Hosenbund eingehakt und haben somit jederzeit die Möglichkeit gehabt, entweder nach einem Kotbeutel oder aber nach Futter für Milow zu greifen.
So fliegt beides nicht jeweils lose in den Hosentaschen rum und ist schnell greifbar. Absolut empfehlenswert!
Anfangs verwendeten wir lange Zeit die trockenen Futterbrocken von Milow als Leckerlis. Sowohl die Züchterin als auch die Hundeschule hatten uns die Empfehlung mit auf den Weg gegeben, dies erst einmal so zu handhaben. Denn er vertrug ja das Futter sehr gut und sah es, so verfressen wie er war, immer auch als Belohnung an. Futtertechnisch musste er sich so erst einmal nicht umstellen. Die Leckerlis wechselten wir dann aber auch relativ zeitnah.

Warum sollten Welpen ihre Gelenke schonen?

Glücklicherweise wohnen wir barrierefrei, sodass er von Anfang an gelernt hat, mit dem Aufzug zu fahren, und nicht unbedingt Treppen gehen zu müssen. Wir wohnen nämlich im 2. Stock. Bei allem, was für ihn ein Hindernis darstellte, halfen wir ihm und trugen ihn dadrüber. So auch beim Autofahren, wenn Milow ein- und aussteigen musste. Denn ein Welpe sollte seine jungen Gelenke schonen und anfangs nicht schon unnötig überstrapazieren. Besonders große Hunde haben, meiner Kenntnis nach, im Alter oft mit Hüftproblemen zu tun. 

Wovon werden Welpen müde?

Angekommen im Wald machten wir ihn von der Leine los – in der Sicherheit, dass ihm nichts passieren kann. Er tapste, wie auch zuhause, noch sehr unbeholfen hinter uns her und schaute sich um. Immer dicht an unseren Füßen und ohne die Absicht, sich ablenken zu lassen. Schließlich waren wir für ihn die einzig bekannte Größe und er war auf uns angewiesen.
Schon bei diesem ersten Spaziergang favorisierte Milow Stöckchen und griff sie mit der Schnauze auf, um an ihnen zu knabbern. Wir nutzten die Gelegenheit und spielten mit ihm – in der Gewissheit, er würde ohnehin nach wenigen Minuten davon wieder erschöpft sein. Womit wir auch richtig lagen.
Übrigens ließ das Stöckchen schmeißen nur wenige Wochen auf sich warten. Nach einer knappen halben Stunde auf der Wiese im Wald machten wir uns wieder auf den Heimweg.

Wie lange sollten die Spaziergänge mit einem Welpen ausfallen? 

Hier möchte ich gerne ein umstrittenes Thema aufgreifen: die Ausgiebigkeit des Spazierganges mit einem Welpen. Es gibt die einen, die sagen, dass sich die Länge des regulären Spaziergangs mit einem Welpen an seinem Alter orientiert – die Faustregel lautet hier: 5 Minuten pro Lebensmonat. Sprich, wenn ein Welpe so alt ist, wie Milow es zu dem Zeitpunkt war, 2 Monate, dann sollte der Gang auch nur maximal 10 Minuten dauern. Bei 3 Monaten dann 15 Minuten und so weiter. Dann gibt es aber auch die anderen, die behaupten, dass diese Orientierung absoluter Quatsch ist. Einen Welpen sollte man seinen Bedürfnissen entsprechend auspowern – ohne jegliche Zeitvorgaben.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass wir uns selten an die Zeitangaben gehalten haben. Schon bei diesem ersten Spaziergang waren wir deutlich länger mit ihm draußen, als es wohl hätte sein sollen. Einfach weil er so viel Spaß auf der Wiese hatte und wir ihn voll und ganz auslasten wollten.
Oftmals tat ihm das, unserem Empfinden nach, auch gut, und er fiel danach in einen tiefen Schlaf.
Dann gab es aber auch die vielen Momente, in denen sich der übermäßige Auslauf auf sein Wohlbefinden nachteilig ausübte. À la „nach müde kommt doof“ – wie es später einmal unsere Frau aus der Hundeschule sagte. Übrigens mein Lieblingsspruch, wenn’s mal wieder soweit ist.

Noch heute erkennen wir ziemlich schnell an seinem Übermut, dass die Auslastung zuvor zu viel für ihn gewesen ist. Denn dann dreht er vollkommen auf, beißt überall rein, kann nicht mehr zwischen Spiel und Ernst unterscheiden und ist nur schwer wieder zu beruhigen und bändigen. Die Situation dauert oft einige Minuten an, bis er wieder von sich aus runterkommt. Doch genau hier liegt nach wie vor auch für uns die Schwierigkeit, die mit zunehmendem Alter des Hundes aufkommt: richtig einzuschätzen, wann es für den Hund genug ist und wann noch nicht.
Denn trotz allem Spiel und Spaß darf man nicht vergessen, dass mit jeder Minute, die man draußen mit dem Welpen verbringt, sich auch die Eindrücke summieren, die er verarbeiten muss. Und deren Grenzen sind oft schon zu schnell überschritten.

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